WLAN: Hamburger Staatsanwalt ermittelt gegen Google

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(c) AP (Rene Tillmann)

In Deutschland drohen Google strafrechtliche Konsequenzen, weil beim Kartografieren offener WLAN-Netze private Daten gesammelt wurden. Auch Österreich ist betroffen.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit umstrittenen Datensammlungen ein Ermittlungsverfahren gegen den Internetkonzern Google eingeleitet. Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers sagte der Nachrichtenagentur DAPD, dass "wegen des Verdachts des Abfangens von Daten gegen unbekannte Mitarbeiter von Google Deutschland" ermittelt werde. Dem Verfahren liege eine Strafanzeige eines Aachener Anwalts zugrunde.

Der NDR hatte zuvor berichtet, dass der Rechtsanwalt und Programmierer Jens Ferner unter Bezug auf das Telekommunikationsgesetzes gegen das Unternehmen Anzeige erstattet hat. Der Anwalt vertritt Mandanten, die ungeschützte WLAN-Netzwerke zum Surfen genutzt haben und dafür verurteilt wurden.

Datentransfer in WLAN-Netzen belauscht

Bei seinen Aufnahmen für das Internet-Programm Street View hatte Google auch offene WLAN-Netze erfasst. Daten, die über ungesicherte Netze gesendet wurden, hat Google miterfasst und gespeichert. Das Unternehmen erklärte, es wolle die Daten löschen, ist bisher aber nicht bereit, den Behörden Einblick zu geben. In Irland wurden die Daten in Absprache mit der zuständigen Behörde bereits gelöscht.

Österreich auch betroffen

Am Dienstagabend war bekannt geworden, dass Google auch in Österreich Daten aus WLAN-Netzen gesammelt hat. Der Sprecher des Internet-Unternehmens, Kay Oberbeck, bestätigte dies in einem Interview mit der am Mittwoch erscheinenden Ausgabe der Wiener Wochenzeitung "Falter". Dabei sei es auch unbeabsichtigt um Fragmente anderer als standortbezogene Daten gegangen. So dürfte Google E-Mails oder Teile davon sowie Internetadressen gespeichert haben. Google werde die Daten "so schnell wie möglich" löschen, sagte Oberbeck.

 

(Ag.)