Ohne Gegenverkehr

Wohin, wenn man schon überall war? Statt zehnmal um die Erde kann man ja gleich zum Mond fliegen.

Es hat ja keine so positive Konnotation, wenn man jemanden zum Mond schießen möchte. Tatsächlich gibt es aber viele Menschen, die sich gern selbst dorthin schießen würden.

Hofer-Reisen hat Trips zum Mond noch nicht im Programm, aber die Nasa bereitet auf präsidiales Geheiß ein Comeback vor, und bei Elon Musks Raumfahrtdienstleister Space X kann man demnächst in den Orbit einer FalconX abheben; Touristenklasse, allerdings nicht zu Hofer-Tarifen. Achtung: Seit die Raketen nach ihrem Ausflug ins All wieder zur Erde zurückkehren und dort landen können (was bislang meistens gelang), sind One-Way-Tickets nicht mehr valide.

Musk hat ja auch schon ein Auto ins All geschossen, es ist seit 17 Monaten unterwegs und verkehrt aktuell etwa 310 Mio. Kilometer von der Erde entfernt in der Mars-Gegend, bislang ohne Gegenverkehr. Auf dem Mond braucht man auf den Tesla nicht zu warten, denn erstens gibt es dort keine Ladesäulen, zweitens stehen ohnehin drei Autos herum: allesamt Erstbesitz („one careful owner“), mit wenigen Kilometern (zusammen weniger als 90) und garantiert rostfrei (Hightech, trockenes Umfeld).

Was würde man anstellen bei seinem Aufenthalt? Zunächst: Irre, ich bin auf dem Mond! Selfies für die Dumpfbacken zu Hause. Dann Erkundung des ganzen Gerümpels, das diverse Expeditionen, bemannt oder unbemannt, zurückgelassen haben. Do not touch! Alles Weltkulturerbe. Sonst: nicht viel zu unternehmen. Es würde bald fad, man würde dasitzen und das blau schillernde Ding da im schwarzen Nichts betrachten. Mit Heimweh ist zu rechnen.

timo.völker@diepresse.com

 

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