Adelsaufhebung: Wie die Behörden Namen dritteln

Symbolbild Reisepass
Symbolbild ReisepassAPA

Die Österreichische Botschaft in Bern verweigerte einer französisch-österreichischen Doppelstaatsbürgerin einen Reisepass mit einem „de“ im Namen. Doch strich sie dabei nicht nur das vermeintliche Adelsprädikat.

Wien. Clarisse de Milhé de Saint Victor soll nicht mehr so heißen. Sondern Clarisse Milhé. Das entspricht zwar nicht dem Willen der in der Schweiz lebenden französisch-österreichischen Doppelstaatsbürgerin, wurde ihr aber von der Österreichischen Botschaft in Bern per Bescheid mitgeteilt. Die diplomatische Vertretung berief sich auf das Adelsaufhebungsgesetz und die dazu ergangene höchstgerichtliche Rechtsprechung. So eindeutig wie behauptet ist die Rechtslage allerdings nicht.