Bayer: Nächster Prozess

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Klägerin in St. Louis macht Monsanto-Tochter Bayer für Krebserkrankung verantwortlich.

St. Louis. Bayer setzt in einem Gerichtsverfahren um den Unkrautvernichter Glyphosat in St. Louis auf einen Heimvorteil. In der Stadt in Missouri hat die Tochter Monsanto ihren Sitz, deren glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup die Klägerin Sharlean Gordon für ihre Krebserkrankung verantwortlich macht. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern hat vier Experten als Zeugen benannt, die an Universitäten in Missouri tätig sind. Zudem werde Bayer seine Bedeutung als wichtiger lokaler Arbeitgeber betonen, erwarten Rechtsexperten. Allerdings sind die Jurys in dem US-Bundesstaat auch dafür bekannt, Unternehmen zu hohen Schadenersatzzahlungen zu verdonnern.

Vorige Woche kündigte Bayer an, 500 weitere „hoch bezahlte“ Jobs im Großraum St. Louis zu schaffen. Dort zählt Monsanto nach eigenen Angaben bislang 5400 Vollzeitjobs. In St. Louis, wo die Bayer-Tochter 1901 gegründet wurde und die Landwirtschaft zu den wichtigsten Industriezweigen zählt, wird am 19. August das nächste Glyphosat-Verfahren beginnen. Zum ersten Mal wird sich dann eine Jury außerhalb Kaliforniens mit einer Klage wegen der angeblich krebserregenden Wirkung von Glyphosat beschäftigen. Bayer sieht sich nach der 63 Mrd. Dollar teuren Übernahme des US-Konzerns Monsanto mit über 13.400 Klagen konfrontiert, der Aktienkurs ist abgestürzt. (Reuters)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2019)