Bayer: Nächster Prozess

(c) REUTERS (Wolfgang Rattay)
  • Drucken

Klägerin in St. Louis macht Monsanto-Tochter Bayer für Krebserkrankung verantwortlich.

St. Louis. Bayer setzt in einem Gerichtsverfahren um den Unkrautvernichter Glyphosat in St. Louis auf einen Heimvorteil. In der Stadt in Missouri hat die Tochter Monsanto ihren Sitz, deren glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup die Klägerin Sharlean Gordon für ihre Krebserkrankung verantwortlich macht. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern hat vier Experten als Zeugen benannt, die an Universitäten in Missouri tätig sind. Zudem werde Bayer seine Bedeutung als wichtiger lokaler Arbeitgeber betonen, erwarten Rechtsexperten. Allerdings sind die Jurys in dem US-Bundesstaat auch dafür bekannt, Unternehmen zu hohen Schadenersatzzahlungen zu verdonnern.

Vorige Woche kündigte Bayer an, 500 weitere „hoch bezahlte“ Jobs im Großraum St. Louis zu schaffen. Dort zählt Monsanto nach eigenen Angaben bislang 5400 Vollzeitjobs. In St. Louis, wo die Bayer-Tochter 1901 gegründet wurde und die Landwirtschaft zu den wichtigsten Industriezweigen zählt, wird am 19. August das nächste Glyphosat-Verfahren beginnen. Zum ersten Mal wird sich dann eine Jury außerhalb Kaliforniens mit einer Klage wegen der angeblich krebserregenden Wirkung von Glyphosat beschäftigen. Bayer sieht sich nach der 63 Mrd. Dollar teuren Übernahme des US-Konzerns Monsanto mit über 13.400 Klagen konfrontiert, der Aktienkurs ist abgestürzt. (Reuters)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2019)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren

Monsantos Unkrautvernichter löste eine Prozesslawine aus.
International

Weniger Strafe in Glyphosat-Prozess

Zuerst eine spektakuläre Verurteilung, auf die dann prompt die Reduktion der Strafe folgt: Dieses Muster wiederholt sich im US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Roundup.
Symbolbild: Werksgelände der Bayer AG in Leverkusen
International

Richterin senkt Strafe gegen Bayer in Glyphosat-Prozess drastisch

Das Ehepaar Pilliod hatte den Unkrautvernichter Roundup für seine Krebserkrankung verantwortlich gemacht. Der Schadenersatz wurde nun von rund zwei Milliarden auf 86,7 Millionen Dollar gesenkt.
Glyphosat
International

Glyphosat-Prozess: Strafe gesenkt, Bayer will dennoch berufen

Zwar sei das Verhalten von Monsanto "verwerflich" gewesen, sagte ein US-Richter in San Francisco. Allerdings sei der Schadenersatz-Anteil bei der Strafe mit 75 Millionen zu hoch angesetzt worden.
Bayer hat mehr als 13.000 Klagen wegen mutmaßlicher Gesundheitsschäden durch Glyphosat am Hals.
Österreich

Was das Glyphosat-Aus für Bayer bedeutet

Österreich ist für Bayer ein unbedeutender Markt. Hilfreich ist das Verbot für die Monsanto-Mutter trotzdem nicht.
Der Wirkstoff Glyphosat, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein, wurde von der heutigen Bayer-Tochter Monsanto als Herbizid auf den Markt gebracht
International

Bayer bedauert Glyphosat-Verbot in Österreich

Der Wirkstoff Glyphosat, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein, wird in Österreich verboten. Hersteller Bayer geht davon aus, dass der Beschluss "von der EU-Kommission kritisch hinterfragt und rechtlich angefochten" werde.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.