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Steirische Ams will Osram nun vielleicht doch übernehmen

Osram
Die steirische Ams sieht sich das Unternehmen Osram doch genauer an.Reuers
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Das Unternehmen hatte erst vor wenigen Tagen bekundet, kein Interesse zu haben, nachdem Osram das Angebot öffentlich machte. Die Aktie springt um zehn Prozent.

Der heimische Sensor-Spezialist Ams erwägt nun doch noch einen  Anlauf zur Übernahme von Osram. Vor einer Woche hatte das Unternehmen aus Premstätten bei Graz umgehend einen Rückzieher gemacht, nachdem der Münchner Lichtkonzern die Interessenbekundung von Ams öffentlich gemacht hatte. Nun habe man sich aber entschieden, „eine mögliche Transaktion mit Osram weiter zu prüfen", teilte Ams am Dienstag bei der Vorlage seiner Quartalszahlen mit. Nicht genannte „finanzielle Partner" hätten die Auffassung des Unternehmens bestätigt, „dass Ams eine umsichtig strukturierte Finanzierungszusage für eine derartige potentielle Transaktion arrangieren kann", hieß es weiter in der Mitteilung. Die Aktionäre freute der Schachzug nun offenbar sehr. Das Papier lag gleich nach Handelsbeginn um rund zehn Prozent im Plus.

Osram hatte Zweifel geäußert, ob die deutlich kleinere Ams die avisierte bis zu 4,2 Milliarden Euro schwere Übernahme finanzieren könnte. Seit Montag läuft die Annahmefrist für das Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Bain und Carlyle, die den Osram-Aktionären 35 Euro je Aktie bieten. Ams hatte laut Osram 38,50 Euro in Aussicht gestellt. Die Osram-Aktionäre haben bis zum 5. September Zeit zu überlegen, ob sie ihre Papiere an Bain und Carlyle verkaufen wollen. Die Übernahme kommt nur zustande, wenn die Finanzinvestoren dann mindestens 70 Prozent der Aktien eingesammelt haben. „Die bestehende Finanzierungsstruktur erlaubt keinerleiFlexibilität, die Mindestannahmeschwelle zu senken oder gar darauf zu verzichten", warnten die Investoren.

Osram steckt in Schwierigkeiten und erwartet in diesem Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von bis zu 14 Prozent, ausgelöst durch den Rückgang der weltweiten Verkaufszahlen von Autos und Smartphones - die Münchner beliefern beide Branchen.

(Reuters/APA/dpa)