Frauen, Ikonen der Proteste von heute

In Puerto Rico sind es vor allem Frauen gewesen, die zwei Wochen lang protestiert haben.
In Puerto Rico sind es vor allem Frauen gewesen, die zwei Wochen lang protestiert haben.REUTERS

Bilder von Demonstrantinnen aus Puerto Rico, dem Sudan oder Iran haben die jüngsten sozialen Umbrüche charakterisiert. Dabei waren Frauen bei den historischen Revolutionen vorn mit dabei. Gedanken zu Ikonografien und ihrer Rezeption.

Zwei Wochen lang hat Ricardo Rosselló die Proteste ausgesessen. In San Juan, der Hafen- und Hauptstadt der Karibikinsel Puerto Rico, hatten Demonstranten längst die großen Autostraßen lahmgelegt, waren nicht zur Arbeit gegangen, hatten mit Kochlöffeln und Töpfen, aber auch echten Musikinstrumenten die Gassen der Innenstadt besetzt, doch Rosselló weigerte sich, das Capitol zu verlassen. Seine öffentliche Entschuldigung war den Puerto Ricanern, vor allem den Frauen, lange nicht genug. In der Nacht auf Donnerstag kündigte der Gouverneur des Landes schließlich seinen Rücktritt an. Zu lang währte schon der Korruptionsskandal auf der krisengeschüttelten Insel. Unmittelbarer Anlass für die Protestwelle waren jedoch die knapp 900 Seiten Chatprotokolle, die eine investigative Journalistenplattform veröffentlicht hatte.