Bundesliga-Auftakt: Neue Saison, alte Rangordnung

Salzburg-Trainer Jesse Marsch freute sich über ein gelungenes Liga-Debüt.
Salzburg-Trainer Jesse Marsch freute sich über ein gelungenes Liga-Debüt.APA/GEORG HOCHMUTH

Obwohl längst noch nicht bei 100 Prozent, startet Meister Salzburg gegen Rapid standesgemäß. Die Wiener hadern mit altbekannten Problemen.

Die Kräfteverhältnisse zwischen Rapid und Red Bull Salzburg haben sich auch in der neuen Bundesligasaison nicht verschoben. Diesen Rückschluss lässt das Auftaktmatch zu, das der Meister im Wiener Allianz-Stadion (24.200 Zuschauer) verdient 2:0 gewonnen hat.

Rapid-Coach Dietmar Kühbauer musste danach eingestehen, dass die Gäste „einen Tick besser“ gewesen seien. Salzburg-Trainer Jesse Marsch freute sich über ein gelungenes Liga-Debüt. „Es war ein wichtiger Sieg für uns in einem schwierigen Stadion“, meinte der US-Amerikaner.

Dass die neu formierte Truppe auf Anhieb funktionierte, kam für Marsch nicht überraschend. „Die Mannschaft hat eine gute Mentalität.“ Obwohl die Salzburger zahlreiche Stammspieler abgegeben hatten, wirkten sie gefestigt – auch dank junger nachrückender Spieler wie Stürmer Erling Håland.

Auch Routiniers wie André Ramalho oder Andreas Ulmer stellten ihre Klasse unter Beweis. Dabei sieht Letzterer noch viel Luft nach oben. „Wir sind auf jeden Fall noch nicht bei 100 Prozent“, sagte der ÖFB-Teamspieler, stellte aber fest: „Einiges hat schon gut funktioniert.“


Ramalho gibt den Chef. Besonders groß war die Freude über den Sieg bei Ramalho. Der Brasilianer bewährte sich bei seinem 100. Liga-Match als umsichtiger Abwehrorganisator. „Wir haben gleich wieder gezeigt, dass wir oben dabei sind. Das muss auch unser Anspruch sein, egal wie viele Spieler wir verlieren“, erklärte der 27-Jährige. Von Trainer Marsch wurden dem Innenverteidiger Rosen gestreut. „Ein Top-Profi, taktisch sehr intelligent, ein richtig guter Leader.“

Rapid-Coach Kühbauer konnte naturgemäß kein überschäumendes Lob an seine Kicker verteilen, war von der Auftakt-Niederlage aber auch nicht gebrochen. „Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf und mache mir auch keine Sorgen um sie.“

Nach Kühbauers Ansicht seien Kleinigkeiten entscheidend gewesen, nicht zum ersten Mal wurde die mangelnde Effizienz der Rapid-Offensive beklagt. Ein neuer Stürmer könnte Abhilfe schaffen, die Suche dauert allerdings noch an. „Wir haben den finalen Pass manchmal zu früh, manchmal zu spät gespielt. Daran müssen wir mehr arbeiten als am Fehlen eines Stürmers“, meinte Kühbauer. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2019)