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Studie: Bei Regionalität denken meisten Menschen an Lebensmittel

Obst und Gemuesestand an dem noch Plastikbeutel fuer die Einkaeufe genutzt werden *** Fruit and vege
Obst- und Gemüsestandimago images / Cord
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Eine Studie bringt zutage, dass zwar regionale Produkte immer stärker ins Bewusstsein der Verbraucher rücken, aber letztlich Preis und Qualität beim Einkauf immer noch entscheidend sind.

Dass nur gegessen und konsumiert wird was in der Region wächst oder hergestellt wird ist ein Trend. Immer mehr Europäer legen Wert auf regionale Nahrungsmittel, Produkte und Dienstleistungen hat eine Studie der BNP Paribas herausgefunden. Im Konsumbarometer 2019 für Europa haben die Studienautoren das Verhalten der Konsumenten in 17 europäischen Ländern unter die Lupe genommen.

Dabei ist herausgekommen, dass die europäischen Konsumenten  unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was sie unter einem regionalen Produkt verstehen. 64 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass es sich dabei um Produkte handelt, die in der Region hergestellt wurden, in der sie leben, 31 Prozent glauben, dass regional gleichzusetzen ist mit national. Lediglich für fünf Prozent hat der Begriff eine europäische Dimension, was nahelegt, dass der Binnenmarkt hier nur eine bescheidene Rolle spielt.

Es gibt aber in den einzelnen Ländern durchaus verschiedene Sichtweisen. Deutschland, Spanien, Österreich, Italien und Frankreich bilden zusammen die Gruppe der sechs „Regionalisten“. Ihre
Bewertungen liegen fast alle weit über dem europäischen Durchschnitt . Dagegen betrachten mehrere mittelosteuropäische Länder ein regionales Produkt vorrangig als eines aus ihrem eigenen Land.

Die Europäer bringen ihren regionalen Erzeugnissen viel Wertschätzung entgegen. 89 Prozent der Europäer mögen sie. Österreicher (93 Prozent), Deutsche, Italiener und Rumänen sind besonders
angetan, Norweger und Dänen zeigen sich etwas verhaltener.

84 Prozent der europäischen Konsumenten schätzen die Qualität der Produkte. Allen voran die Österreicher und die Franzosen, sowie die Deutschen. Jedoch ganz anders die bulgarischen Konsumenten: Nur 50
Prozent von ihnen loben die Qualität regionaler Produkte.

Für 42 Prozent der europäischen Konsumenten ist der Kauf regionaler Güter eine Möglichkeit, die Umwelt zu schützen. Dies gilt vor allem
für Konsumenten in Ländern mit einem gewachsenen Umweltbewusstsein. Dies trifft auf Schweden (61 Prozent) sowie auch auf Deutschland, Österreich (je 55 Prozent) und Italien (47 Prozent) zu.
Der Umweltaspekt spielt dagegen in einigen mittelosteuropäischen Ländern und in Portugal eine geringere Rolle.

Vorrangig geben die Europäer zwei Argumente für den Kauf regionaler Erzeugnisse an. Einer von zwei Verbrauchern glaubt, dass auf diese
Weise die Wirtschaft unterstützt wird und man regionale Produkte vor allem deswegen bevorzugen sollte. 43 Prozent der Befragten glauben darüber hinaus, dass der Konsum regionaler Produkte ein guter
Weg ist, um Arbeitsplätze zu sichern.

Dass der Konsum regionaler Produkte auch eine soziale Dimension hat, ist den europäischen Verbrauchern bewusst. Für 30 Prozent von ihnen steht
dieser Aspekt beim Kauf eines regionalen Produkts im Vordergrund, allen voran bei den ungarischen Konsumenten mit 54 Prozent. Bei den öster-
reichischen und norwegischen Verbrauchern spielt die soziale Komponente hingegen kaum eine Rolle (20 Prozent und 23 Prozent).

Österreicher als „Globalisierungskritiker"

Insgesamt sehen die europäischen Verbraucher den Konsum regionaler Produkte weniger emotional als vielmehr pragmatisch. Nur 14 Prozent der Befragten kaufen regionale Produkte, um traditionelle Herstellungsweisen zu bewahren oder durch den Konsum regionaler Produkte die
Globalisierung zu bekämpfen (13 Prozent). Am ehesten sind noch die Franzosen und Norweger der Ansicht, dass diese Art des Konsums dazu dienen kann, Wissen weiterzutragen. Die meisten „Globalisierungskritiker" finden sich bei den österreichischen und belgischen Konsumenten mit je 18 Prozent.

Die Konsumenten erkennen zwar im Kauf regionaler Produkte einen positiven Einfluss auf die Umwelt, doch wenn es zum Kauf kommt,
verliert dieser Aspekt an Bedeutung. Nur ein Viertel der Europäer gibt an, dass sie regionale Produkte kaufen, um auf diese Weise die Umweltbelastung zu reduzieren. Auch hier zeigt sich eine gewisse Nord-/
Ostdiskrepanz. Für die Konsumenten in Schweden und Deutschland ist der Umweltaspekt wichtiger als in Bulgarien und Rumänien.

Regionale Erzeugnisse werden klar mit guter Qualität verbunden. Im Hinblick auf den Preis zeigt sich ein differenzierteres Bild. 64 Prozent von ihnen empfinden regionale Produkte als teuer. Insbesondere die Schweden, Norweger und Franzosen sind dieser Ansicht. Der Preis stellt für die Verbraucher jedoch kein Hindernis dar. Zwei von drei Verbrauchern sind zu einem zusätzlichen finanziellen Aufwand bereit, um regionale Erzeugnisse zu kaufen: Die Italiener am ehesten, gefolgt von Norwegern,
Slowaken und Bulgaren. Dagegen ist mehr als die Hälfte der Belgier und Tschechen nicht bereit, mehr Geld für regionale Produkte zu bezahlen. Immerhin geben 58 Prozent geben an, dass sie mit einem Preisaufschlag zwischen fünf und zehn Prozent einverstanden wären.

Bereitschaft mehr zu bezahlen(c) BNP Paripas

Wenn sie zu ihren Kaufkriterien in fünf großen Konsumbereichen gefragt werden (Kleidung, Technik, Lebensmittel, Einrichtung, Hygiene- und Pflege), stehen bei sämtlichen Produkten immer Preis und Qualität an der Spitze. Bei den Lebensmitteln hingegen steht nach Preis und Qualität
der Geschmack an dritter Stelle. Für den europäischen Konsumenten sind aber auch andere Kriterien wichtig.

(c) BNP Paribas

Ein Grund für die Dominanz der Lebensmittel im regionalen Segment  dürfte laut Studie sein, dass Verbraucher mit Produkten aus der Region in erster Linie Lebensmittel verbinden und das Angebot auch vorfinden. Die wahrgenommene Verfügbarkeit ist mit 93 Prozent auf sehr hohem Niveau. Zum Vergleich: Bei Bekleidung sind es nur 54 Prozent.

(c) BNP Paribas

 

(red./herbas)