Drei Viertel der jungen Österreicher haben Angst vor Klimawandel

WIEN: KLIMA-DEMO - ´FRIDAYSFORFUTURE´
Die Jugend hat Angst vor dem Klimawandel - aber nur ein Teil geht demonstrieren.(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Trotzdem ist die jüngere Generation im Vergleich zu Älteren weniger bereit, dem Klima zuliebe auf Handy oder Fernreisen zu verzichten.

Sechs von zehn Österreicher haben Angst vor dem Klimawandel. Bei der jungen Generation im Alter von 14 bis 24 Jahren sind sogar 74 Prozent besorgt, wie eine Online-Umfrage im Juli von Integral Markt- und Meinungsforschung unter 657 Personen ergab. Frauen sorgen sich noch etwas stärker als Männer.

Die Bereitschaft, dem Klima zuliebe auf Annehmlichkeiten zu verzichten, fällt allerdings sehr unterschiedlich aus. Vor allem die junge Generation ist weniger bereit dafür, als die Älteren, zeigte sich bei der Befragung.

Handy ja, Auto nein

64 Prozent erklärten mit großer Selbstverständlichkeit, vom Kauf des neuesten Smartphones zugunsten des Klimas abzusehen - jedoch nur jeder Zweite (47 Prozent) bei den Jungen. Durchwachsen ist die Bereitschaft, dem Klima zuliebe, kurze Strecken öffentlich oder mit dem Rad zurückzulegen (44 Prozent) bzw. weniger Fernreisen zu unternehmen (43 Prozent). In der jungen Generation ist diese Bereitschaft mit 28 Prozent deutlich schwächer ausgeprägt. Nur rund jeder Viertel (23 Prozent) würde auf ein eigenes Auto verzichten. Hier zeigen allerdings die Jungen eine höhere Verzichtsbereitschaft (34 Prozent).

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Im Konsumbereich ist die Bereitschaft, einen Beitrag für das Klima zu leisten, ebenfalls gemischt. Beim Einkaufen auf regionale Produkte zu achten, fällt 44 Prozent der Befragten leicht - nicht zuletzt, da das Thema Regionalität derzeit voll im Trend liegt. Auf Fast Food, Lieferessen und Coffee to Go könnten noch 39 Prozent verzichten. Billiger Kleidung abzuschwören, kann sich jedoch mit 16 Prozent nur eine Minderheit vorstellen. Und zum Fleisch-Verzicht sind gar nur sechs Prozent bereit.

Jeder zehnte schon bei Klimademo

Der zentrale Treiber für den Erfolg der Klimabewegung "FridaysForFuture" ist die ausgeprägte Angst vor dem Klimawandel und die Wut über die Klimaschutzversäumnisse der älteren Generation. Jeder Zehnte in der jungen Generation (zwölf Prozent) hat schon bei einer Veranstaltung von "FridaysForFuture" teilgenommen. Ein Viertel der Jugendlichen hat bisher noch nichts von dieser Klimaschutzbewegung gehört. Im Nachbarland Deutschland hat "FridaysForFuture" einen viel größeren Stellenwert. Dort engagieren sich 24 Prozent der 14- bis 24-Jährigen aktiv für das Klima, wie das deutsche Sinus-Institut in Kooperation mit YouGov herausgefunden hat.

Ein gutes Drittel aller österreichischen Befragten und 45 Prozent der Jungen sind optimistisch, dass die "FridaysForFuture"-Bewegung etwas verändert. Die Optimisten finden sich vor allem in der städtischen, gebildeten Bevölkerung.