Das Ebola-Virus erreicht die Großstadt Goma: Zehn Fakten zum Virus

In Goma wird mancherorts die Körpertemperatur der Bewohner gemessen und auf die richtige Reaktion auf eine Ebola-Erkrankung vorbereitet.
In Goma wird mancherorts die Körpertemperatur der Bewohner gemessen und auf die richtige Reaktion auf eine Ebola-Erkrankung vorbereitet.APA/AFP/PAMELA TULIZO

Es ist der zweitschlimmste Ausbruch von Ebola in der Geschichte weltweit. Dass nun die kongolesische Millionenstadt in den Fokus rückt, besorgt auch den Nachbarn Ruanda.

Vor einem Jahr ist ein Ausbruch der potenziell tödlichen Infektionskrankheit Ebola in der Demokratischen Republik Kongo zur Epidemie erklärt worden. Es brauche dringend mehr Hilfe, lautet der Appell von Helfern. Es handle sich um den zweitschlimmsten Ausbruch der Seuche seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Mittwoch und Donnerstag wurden in der kongolesischen Millionenstadt Goma zwei neue Fälle der tödlichen Krankheit registriert, wie ein örtlicher Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte. Damit stieg die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle seit Juli auf insgesamt vier.

Die Großstadt nahe der Grenze zu Ruanda ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. In Goma ging die Angst um: "Ich fürchte, dass diese Krankheit uns alle befällt. Bisher haben wir immer nur aus der Ferne davon gehört, und auf einmal ist das Virus hier in der Stadt", sagte die 27-jährige Arbeiterin Anuarite Sifa.

Gesundheitsexperten bezeichnen Ebola in Großstädten als besonders gefährlich, weil sich das Virus in dicht besiedelten Gebieten wesentlich schneller ausbreiten kann als auf dem Land. Durch Verkehrsströme besteht ferner das Risiko, dass das Virus rasch von einer Metropole in andere Regionen übertragen werden kann.

Zehn Fakten zum Virus im Kongo

1. 2701 Menschen haben sich während des aktuellen Ausbruchs im Kongo angesteckt, 1813 sind bisher gestorben. Fast ein Drittel der Fälle betraf Kinder.

2. Unter Angehörigen des Gesundheitspersonals gab es beinahe 150 Infektionen - mehr als einer von vier Erkrankten starb.

3. Die weltweit schwerste Epidemie von Ebola, ein hämorrhagisches Fieber, nahm in Guinea im Dezember 2013 ihren Ausgang und wütete auch in Liberia und Sierra Leone. Mehr als 11.300 Menschen starben damals.

4. Ebola verursacht Fieber, grippeähnliche Schmerzen, Blutungen, Erbrechen und Durchfall. Es verbreitet sich unter Menschen durch Kontakt mit den Körperflüssigkeiten Erkrankter.

5. Die durchschnittliche Todesrate bei Ebola liegt bei etwa 50 Prozent. Sie hat bei verschiedenen Ausbrüchen aber auch schon bis zu 90 Prozent betragen.

6. Vor zwei Wochen hat die WHO den aktuellen Ausbruch als internationalen Gesundheitsnotstand eingestuft.

7. Die Zahl der Fälle erreichte im März die Zahl 1000 und hat sich in den vergangenen vier Monaten seither mehr als verdoppelt.

8. Seit Anfang Juni blieb die Anzahl der Neuerkrankungen pro Woche auf hohem Niveau, im Schnitt werden 75 bis 100 neue Fälle gemeldet.

9. Mehrere Ebola-Fälle wurden bereits im ugandischen Grenzgebiet registriert. Ruanda beobachtet unterdessen genau die Entwicklung in der kongolesischen Grenzstadt Goma.

10. Es gab seit Jänner mindestens 198 Angriffe auf Einrichtungen und Gesundheitspersonal, die im Bürgerkriegsland Kongo wegen Ebola im Einsatz sind.

(APA/Reuters)