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Austro-Iraner könnte im Iran die Todesstrafe drohen

Die Ärztekammer ersucht die Regierung um Hilfe. Der Generalsekretär der österreichisch-iranischen Gesellschaft, Massud Mossaheb, wurde Ende Jänner während einer beruflichen Reise in den Iran festgenommen.

Einem in Teheran inhaftierten österreichisch-iranischen Doppelstaatsbürger könnte nach Angaben der Ärztekammer Wien die Todesstrafe drohen. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres zeigte sich in einer Aussendung am Mittwoch höchst besorgt und forderte die österreichische Regierung zum Handeln auf.

Der Wissenschaftler und Generalsekretär der österreichisch-iranischen Freundschaftsgesellschaft, Massud Mossaheb, war Ende Jänner während einer Reise in den Iran festgenommen worden. Er war dort als Mitglied einer Delegation des medizinischen Projekts MedAustron. Nach Angaben der Ärztekammer wird er beschuldigt, Spionagetätigkeiten ausgeführt zu haben.

Der Fall erinnert an jenen des vor drei Jahren im Iran inhaftierten schwedisch-iranischen Arztes Ahmadreza Djalali, der wegen Spionage im November 2017 zum Tode verurteilt worden war und dessen Hinrichtung inzwischen unmittelbar bevorstehen könnte. Vor wenigen Tagen hatte die  österreichische Ärztekammer mitgeteilt, dass Djalali Anfang dieser Woche vom berüchtigten Evin-Gefängnis am Stadtrand von Teheran mit verbundenen Augen an einen unbekannten anderen Ort verlegt wurde - was als Hinweis auf eine bevorstehende Exekution zu werten sei. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in Schweden hatte erklärt, dass Djalali möglicherweise unmittelbar von der Hinrichtung bedroht sei. 

Der Austro-Iraner Mossaheb lebte laut Ärztekammer seit 1965 in Wien, wo er an der Technischen Universität Maschinenbau studierte. Seit 1980 ist er demnach österreichischer Staatsbürger und hat unter anderem bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und Siemens gearbeitet.

An seinem Haftort im Evin-Gefängnis sei Mossaheb „massiver psychischer und physischer Folter sowie Drohungen“ ausgesetzt, erklärte die Ärztekammer. Nach Angaben seiner Tochter sei er zudem zu falschen Geständnissen gezwungen worden. Szekeres: „Ich erwarte mir auch in diesem Fall, dass die Republik Österreich eine klare Haltung bezieht und ihre Kontakte zu anderen europäischen Staaten nützt, um europäische Bürger vor der Willkür eines autokratischen Staates zu schützen."

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