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Flughafen Wien: Airline-Streiks noch in den Ferien?

Es drohen Kampfmaßnahmen von Belegschaften mehrerer Airlines am Flughafen Wien.
Es drohen Kampfmaßnahmen von Belegschaften mehrerer Airlines am Flughafen Wien.(c) APA/HERBERT NEUBAUER
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Der Streit um die Arbeitsbedingungen bei den Billigairlines könnte in den nächsten Wochen am Flughafen Wien zu ersten Kampfmaßnahmen führen.

Wien. Es drohen Kampfmaßnahmen von Belegschaften mehrerer Airlines am Flughafen Wien – möglicherweise noch in der Ferienzeit. Das ist das Fazit eines Krisengipfels der Arbeitnehmervertreter, der am Mittwoch stattgefunden hat. Die mit Kündigungs-Drohungen von Ryanair begleitete Forderung an Lauda-Bordbeschäftigte hat die Betriebsräte auch anderer in Wien stationierter Airlines auf den Plan gerufen. Bei Lauda fand sogar eine mehrstündige Betriebsversammlung statt, allerdings wirkte sich diese nicht auf den Flugbetrieb aus. Das kann sich in den nächsten Wochen ändern.

Wie die Gewerkschaft vida mitteilte, gibt es mit den Lauda-Beschäftigten Solidarität. In den nächsten Wochen soll es Betriebsversammlungen gleich bei mehreren Airlines in Wien geben, und zwar alle am selben Tag zur selben Zeit. Das hieße Beeinträchtigungen für die Passagiere, sagte Anton Fuszko von der vida. Dies liege in der Natur solcher Betriebsversammlungen.

Zum Krisengespräch hatten sich die Arbeitnehmervertreter von Lauda, AUA, Eurowings und Level getroffen. Die Lauda-Belegschaftsvertreter stießen – da zeitgleich ihre Betriebsversammlung stattfand – am Ende dazu. In der vida war von „Erpressung“ der Lauda-Belegschaft und drohender mehrfacher Arbeitsrechtsverletzungen die Rede. Ryanair hatte gedroht, im Fall des Falles auf billigere polnische Leihpiloten zurückzugreifen. Bis 14. August wollen die Iren vom Personal ihrer österreichischen Tochter Lauda Dienstrechts-Zugeständnisse, um den Flugbetrieb profitabler zu machen. Die Gewerkschafter sprechen von unannehmbaren Forderungen.

Die Gewerkschaft fordert einen einheitlichen Branchen-Kollektivvertrag. Das werde aber wohl ein langer Weg. Als ersten Schritt, und dies sehr kurzfristig, will die Gewerkschaft deshalb den wirtschaftlich stärksten Kollektivvertrag – also den der Austrian Airlines – für alle gültig erklären lassen. Damit kämen auch „KV-freie“ Airlines zu entsprechenden Regelungen und andere, wie etwa Lauda, sollten höhere Standards der AUA auf sich anwenden können. Ein solcher Antrag an das Sozialministerium soll in den nächsten ein bis zwei Wochen erfolgen.

 

Doppel so viele Probleme

Pünktlich zum Krisengipfel veröffentlichte das Fluggast-Portal AirHelp die Entwicklung der Flugverspätungen und -ausfälle an Österreichs Flughäfen. Diese haben sich seit 2014 verdoppelt. Erfolgte etwa am Flughafen Wien 2014 noch 13,7 Prozent der 106.300 Flüge außerplanmäßig, war im Vorjahr schon mehr als jeder vierte Flug betroffen (29.700 von 113.500 Flügen).

Hat ein Flug mindestens drei Stunden Verspätung oder fällt aus und die Airline ist daran schuld, steht betroffenen Passagieren bis zu 600 Euro Entschädigung zu. Die Ansprüche sind drei Jahre rückwirkend gültig. In dieser Zeit hatten am Flughafen Wien 406.500 Passagiere ein Anrecht auf eine Ausgleichszahlung. (red/APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2019)