Wirbel um HSV-Stürmer Bakéry Jatta

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Bakéry JattaAPA/AFP/PATRIK STOLLARZ

Der Fußballer könnte sich bei seiner Flucht aus Afrika nach Deutschland 2015 jünger gemacht haben als er tatsächlich ist.

Was sich wie ein Märchen anhört, ist möglicherwiese kein solches. Bakéry Jatta war 2015 als 17-jähriger Flüchtling aus Gambia über das Mittelmeer nach Deutschland gekommen und hatte dann 2016 beim Hamburger SV einen Profivertrag erhielt, obwohl er zuvor in Afrika nie professionell Fußball gespielt hatte.

Nun soll es laut einem Bericht der Zeitschrift "Sport Bild" Zweifel an der Identität des aus Gambia stammenden Bakéry Jatta geben. Nach Angaben des Magazins könnte Jatta einen anderen Namen haben und älter als von ihm angeben sein. Sollte sich das bewahrheiten, droht  dem Fußball-Profi im Ernstfall die Abschiebung. Nur alleinreisende minderjährige Flüchtlinge erhalten in der Regel eine Duldung und dürfen im Land bleiben."Die Gründe für die damalige Duldung sind ja dann weggefallen, und dann wird auch der Aufenthalt rückwirkend verwirkt", sagte Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, im "Hamburg-Journal" des NDR-Fernsehens über den Stürmer des HSV. "Das ist eine sehr harte Möglichkeit, aber sie würde natürlich in der letzten Konsequenz zu einer Abschiebung führen können."

Medizinische Untersuchung

Der HSV ließ 2016 mit medizinischen Methoden Jattas Alter untersuchen. Der damalige Sportchef Peter Knäbel sagte, es sei festgestellt worden, dass "die biologische Entwicklung abgeschlossen ist". Trotzdem kam es zum Vertragsabschluss. Nach schwierigem Beginn ist der spurtstarke Offensivspieler inzwischen zum Leistungsträger beim HSV aufgestiegen. Sein aktueller Marktwert laut transfermarkt.de: 2,5 Millionen Euro. Jatta besitzt in Hamburg noch einen Vertrag bis Juni 2024.

Ligkonkurrent Nürnberg hat Einspruch gegen die Wertung des Ligaspiels gegen den Hamburger SV (0:4-Niederlage) eingelegt. Der Verein von Trainer Damir Canadi begründet dies laut einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vom Mittwochabend mit der Berichterstattung über die Zweifel an der Identität von Jatta. der HSV-Stürmer stand in dem Match in der Startelf und spielte 65 Minuten. Canadi will sich mit der Causa nicht weiter befassen. "Wir haben das Spiel sportlich verloren, sogar sehr schmerzhaft. Damit ist das für mich abgehakt. Alles andere müssen andere entscheiden“, sagte der Wiener.

Das zuständige DFB-Sportgericht habe den Hamburger SV bereits angeschrieben und um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten, hieß es in der DFB-Mitteilung. Das Gremium werde zu gegebener Zeit über den Einspruch zu befinden haben.

 

>>> Artikel in „Sport-Bild"