War der große Dichter John Keats ein Grabräuber?

Todespassagen in der Lyrik des englischen Romantikers John Keats könnten mit einem dunklen Kapitel seines Medizinstudiums zu tun haben.

Er beschwor in einem fort den Tod in Gedichten herbei, und dieser ließ nicht lang auf sich warten: 1821 starb John Keats, neben Lord Byron und Percy Bysshe Shelley der dritte bedeutende englische Romantiker, mit nur 25 Jahren in Rom an Tuberkulose. Seine großen Oden sind nun 200 Jahre alt, er schrieb sie im Frühling und Sommer 1819. Voller Todessehnsucht sind sie, die Keats in teilweise morbiden Bildern ausdrückt, über sich zersetzende Körper, Friedhofserde auf der Haut, lebende Hände, die sich ins Grab senken . . .

Alles Metaphern? Es könnte mehr sein, spekuliert mit Genauigkeit der US-Autor, Historiker und Kunstkritiker Kelly Groviers in einem faszinierenden, von der BBC veröffentlichten Text. „Fast ist es, als würde der Dichter hier kryptisch etwas Dunkles, Gefährliches, zutiefst Beunruhigendes bekennen.“ Konkret: Mithilfe bei der Grabschändung zwecks Beschaffung von Leichen für Medizinschulen.