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Harmony OS: Huawei präsentiert Android-Alternative

Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz präsentierte Richard Yu erste Details zum neuen Betriebssystem.APA/AFP/FRED DUFOUR
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Die Nummer zwei am Smartphone-Markt kämpft nach dem US-Bann um den Fortbestand. Mit der Eigenentwicklung Harmony OS versucht man sich von der Abhängigkeit durch Google zu lösen.

Seit Mitte Mai hängt der chinesische Hersteller Huawei in den Seilen. Der von US-Präsident Donald Trump ausgesprochene Bann behindert jegliche Zusammenarbeit mit amerikanischen Unternehmen, darunter auch Google. Dass Huawei nun der Zugriff auf das Android-Betriebssystem verwehrt bleibt, darauf reagierte das Unternehmen gelassen. Eine Alternative sei längst in Arbeit, erklärte der Gründer Ren Zhengfei in Interviews. Das schnelle, bessere und leistungsfähigere Betriebssystem „Hongmeng“ erwies sich dann als Seifenblase. Nun erneut die Kehrtwende: Huawei präsentiert Harmony OS.

Das Betriebssystem soll Huawei zufolge für alle Gerätesparten (Smartphones, Tablets, smarte Uhren, und IoT-Geräte) konzipiert sein. Es basiert wie auch Nokias früheres Betriebssystem Symbian oder BlackBerry 10 auf einem Microkernel. Dabei handelt es sich um einen Betriebssystemkern, der nur grundlegende Funktionen erfüllt. Anders als es bei monolithischen Kernels der Fall ist. Die damit einhergehende Leistungsschwäche will Huawei mit einer sogeannten „Deterministic Latency Engine“ abfangen. Diese analysiert in Echtzeit die Last auf dem System und verteilt automatisch die Ressourcen. Das System soll auch andhand des Nutzerverhaltens erkennen, welche Apps Ressourcen brauchen. 

Die Software soll genau so wie Android quelloffen und für alle zugänglich sein. Das hatte seinerzeit den Aufstieg von Android zum meistbenutzten Smartphone-System mit mehr als 80 Prozent Marktanteil beflügelt. Auch in China laufen die meisten Smartphones mit Android - wenn auch im Gegensatz zum Westen ohne Google-Dienste.

Huawei will Android die Treue halten

Vorerst sei die Priorität von Huawei aber, Android zu nutzen, um das Ökosystem aus Apps und anderen Diensten nicht aufzuspalten, sagte Huawei-Manager Richard Yu auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz des Konzerns. Dennoch legt es den Grundstein, um sich als Google-Konkurrent zu entwickeln.

Dabei steht Huawei mit dem US-Bann aber auch mit einem neuen Betriebssystem vor weitaus größeren Problemen. Der Prozessor-Hersteller ARM verweigert weiterhin die Zusammenarbeit. Diese ist aber für die Entwicklung der hauseigenen Kirin-Prozessoren entscheidend. Sie bauen nämlich auf der CPU-Architektur von Arm auf. Alternativen fehlen hier. Anfang September wird Huawei seinen wohl letzten Kirin-Prozessor dieser Art auf der IFA in Berlin vorstellen.

 

(bagre)