Batterien und Smartphone-Akkus richtig lagern und entsorgen

Tonnen an unsachgemäß entsorgten Akkus und Batterien, werden jährlich bei Untersuchungen gefunden.(c) REUTERS (Wolfgang Rattay)

Batterien und Lithium-Ionen-Akkus, wie sie in Smartphones vorkommen, müssen richtig gelagert und entsorgt werden. Ansonsten herrscht Brandgefahr. Ein Überblick.

Seit dem Galaxy Note 7 ist man sich bewusst, dass Smartphones explodieren und zu brennen beginnen können. Doch in wie vielen Geräten Lithium-Ionen-Akkus verbaut sind, ist vielen nicht klar. Egal ob Handy, E-Bike oder Akkubohrer - allen gemein ist, dass darin Akkus oder Batterien verbaut sind. Und bei schlechter Lagerung droht Brandgefahr. Dabei ist auch die Entsorgung entscheidend. Viel zu selten werden Akkus und Batterien richtig entsorgt, warnt der LVA Oberösterreich (Landesabfallverband). 

2018 wurden rund 862.000 Fahrzeugbatterien, 291.000 Gerätebatterien und 5081 Lithium-Ionen-Batterien in den oberösterreichischen Sammelstellen abgegeben. Im Rahmen einer Restabfallanalyse stellte sich heraus, dass 130 Tonnen lose Konsumbatterien, Knopfzellen, (Handy)Akkus, Akkupacks und Starterbatterien sowie 1.230 Tonnen Elektroaltgeräte mit Kantenlänge unter 50 Zentimetern (inklusive den enthaltenen Batterien bzw. Akkus) im Restabfall in OÖ aufgefunden wurden. Dort, wo sie nicht hingehören.

In den Müllwägen wird der Abfall gepresst, dabei kann es zu Beschädigungen und in weiterer Folge zu Bränden und Explosionen kommen. Brennende Lithium-Ionen-Akkus entwickeln Temperaturen zwischen 1000 und 1200 Grad. In letzter Zeit kam es in Ladestationen aber auch in Müllsortieranlagen zu Bränden, ausgelöst durch die falsche Sammlung und Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus. Zwar gelten die Batterien als zuverlässig und sicher, aber unter falscher Handhabung kann es zu massiven Schäden kommen. Lithium ist ein hochreaktives Material, das bei Kontakt mit Wasser, Luft und anderen Metallen entsprechend heftig reagiert. Lithium ist der leichteste auf der Erde vorhandenen festen Stoffe. Da es nur in Salzen gebunden vorkommt, wird es aus Salzseen in Südamerika gewonnen. 

"Es braucht eine bessere Aufklärung der Konsumenten, um Schäden an Leib und Leben sowie Sachschäden durch Brände und Explosionen durch Lithium-Ionen-Akkus und -Batterien zu verhindern“, erklärt der Vorsitzende des Landesabfallverband Roland Wohlmuth.

Hersteller sollen Rücknahmesysteme entwickeln

Die richtige Entsorgung ist entscheidend. Wie auch herkömmliche Batterien haben Lithium-Ionen-Akkus nichts im Restmüll, der Papiertonne oder in der Metallsammlung verloren. Schon eine einfache mechanische Beschädigung des Schutzmantels durch Fallenlassen oder der Kontakt zwischen Polen des Akkus/Batterien mit Metall wie Münzen oder Schlüsseln reicht aus, um einen Kurzschluss auszulösen, der in einem Brand enden kann. Selbst die Überladung oder Überhitzung durch direkte Sonneneinstrahlung kann zu Bränden und Explosionen führen.

Der Landesverband sieht die Verantwortung bei den Herstellern: "Für die ordnungsgemäße Entsorgung der in Umlauf befindlichen Akkus sollten die Hersteller über eigene Rücknahmesysteme oder Pfandmodelle nachdenken, um die Rücklaufquoten deutlich zu steigern."

Abgesehen von den Gefahren, die von Lithium-Ionen-Akkus ausgehen, sei es eine massive Verschwendung von Ressourcen, wenn diese im Restmüll landen. „Die enthaltenen Rohstoffe sind wertvoll und nicht unendlich vorhanden“, führt Wohlmuth weiter aus. Für Lithium-Ionen-Akkus gibt es Sammelstellen, etwa auf den lokalen Mistplätzen. Auch in Geschäften, die Batterien und Akkus verkaufen, können ausgediente Energiespender kostenlos - meist in dafür vorgesehenen gekennzeichneten Batteriesammelboxen - abgegeben werden.

Verwendung und Lagerung

In der Vergangenheit gab es Berichte über explodierte iPhones, Laptops oder auch Hoverboards. In vielen Fällen lag der Fehler meist in den Ladegeräten oder am Zubehör, manchmal auch an alten, kaputten Akkus. Versicherungen haben 2018 vermeldet, dass sich die Anzahl von Bränden durch überhitzte Ladegeräte in den letzten zehn Jahren verdreifacht hat. Beim Kauf von Zubehör muss darauf geachtet werden, dass sie mit den Geräten kompatibel sind. Hier gibt es immer Anweisungen in den Bedienungsanleitungen der Hersteller.

Batterien und Akkus sollten beim Ladevorgang auf eine nicht brennbare Unterlage gelegt werden niemals abgedeckt werden. Kühlung (sofern vorhanden) und die Wärmeabgabe dürfen nicht behindert werden. Laptops oder Tablets im Bett oder auf Textilien zu verwenden, kann zu einer übermäßigen Wärmeentwicklung führen. Auch direkte Sonneneinstrahlung oder große Hitzeeinwirkung auf Batterien und Akkus (zB im Auto) unbedingt vermeiden. Zwar schalten sich moderne Smartphones mittlerweile bei drohender Überhitzung ab, aber werden sie nicht aus der Hitze entfernt, kann es zu einem Brand kommen. 

Verhalten im Brandfall

Bei brennenden Batterien oder Akkus kann es zu Verpuffungen kommen, welche die Batterie/den Akku weit weg schleudern können! Bei derartigen Bränden entwickeln sich dichte und hochgiftige Dämpfe. Daher sollte immer ein Sicherheitsabstand eingehalten werden.

Das Löschen ist abger generell schwierig, denn der Lithium-Ionen-Akku liefert selbst Sauerstoff für den Brand. Daher lässt sich der Brand auch nicht stoppen. Feuerwehren raten dazu, das Gerät mit einer Zange in einen Kochtopf zu stecken und nach draußen zu bringen, um es dort abbrennen zu lassen, während man die Feuerwehr ruft. Und außerdem gilt: Finger weg von Wasser. Denn das kann die eigentliche Explosion erst auslösen. Wegen der großen Hitze können sich nämlich Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff spalten. Und freier Wasserstoff ist hochgefährlich, dann kommt es zur Knallgasreaktion. 

Darum werden E-Autos in Deutschland in speziellen „Badewannen“ gelöscht. Denn es geht darum das Feuer zu ersticken und zugleich die Batterie zu kühlen. Dafür werden brennende E-Autos per Kran zur Kühlung in einen gefluteten Container getaucht und bleiben dann dort auch mehrere Tage drin.