Ibiza-Affäre: Hausdurchsuchung bei Strache und Gudenus

Archivbild: Strache (damals FPÖ-Chef, links) und Gudenus (damals FPÖ-Klubchef) im Oktober 2015 im Wiener Rathaus.
Archivbild: Strache (damals FPÖ-Chef, links) und Gudenus (damals FPÖ-Klubchef) im Oktober 2015 im Wiener Rathaus.(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Bei den Casinos Austria und der Novomatic soll es zu Hausdurchsuchungen gekommen sein. Der Grund: Die Bestellung von Peter Sidlo und angebliche Versprechen der FPÖ an die Novomatic.

Im Zuge der Ermittlungsarbeiten in der „Ibiza-Affäre“ soll es am Montag zu mehreren Hausdurchsuchungen gekommen sein. Wie der „Standard“ berichtet, sollen bei dem neuen Finanzvorstand der Casinos Austria AG (Casag), Peter Sidlo - sowohl im Büro, als auch bei ihm zu Hause - Durchsuchungen stattgefunden haben. Auch bei anderen Mitarbeitern der teilstaatlichen Casag habe es eine Razzia gegeben. Gleiches gelte für Aufsichtsratspräsident Walter Rothensteiner, Casag-Aufsichtsrat Harald Neumann sowie den ehemaligen FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache und den blauen Ex-Klubchef Johann Gudenus. Von Durchsuchungen bei letzteren beiden berichtet am Dienstag auch das Ö1-„Mittagsjournal“. Allerdings: Das sei nur „inoffiziell“ aus Justizkreisen bestätigt worden.

Als Grund der Hausdurchsuchungen wird von beiden Medien angeführt: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittle aufgrund einer anonymen Anzeige.

Der darin festgehaltene Vorwurf: Der blaue Wiener Bezirksrat und Gudenus nahestehende Sidlo sei auf Basis eines politischen Deals in den Vorstand der Casag gekommen. Es habe, so zitiert der „Standard“ weiter, eine ÖVP-FPÖ-Vereinbarung gegeben, Sidlo auf einem Ticket von Casag-Miteigner Novomatic in den Vorstand zu entsenden. Im Gegenzug dafür habe die FPÖ Entgegenkommen bei Gesetzesänderungen in Zusammenhang mit dem kleinen Glücksspiel nach der Wien-Wahl in Aussicht gestellt. Angeblich soll auch der damalige Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs (FPÖ) involviert gewesen sein.

Die Genannten haben die Vorwürfe bislang bestritten.

WKStA ermittelt wegen Bestechlichkeit

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft gab bislang keine Details preis. Ein Sprecher der Behörde teilte am Dienstag lediglich mit, dass wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Bestechung ermittelt werde - und zwar gegen sechs Personen und einen Verband. Im Zuge dieser Ermittlungen habe es am Montag „an mehreren Standorten in zwei Bundesländern Hausdurchsuchungen“ gegeben.

Einem Casag-Sprecher zufolge soll es am Montag „Ermittlungshandlungen" in der Unternehmenszentrale gegeben haben. Sidlo sei zu den Umständen seiner Vorstandsbestellung befragt worden. Die Casag selbst sei nicht Gegenstand der Ermittlungen, Aufsichtsratschef Rothensteiner sei in der Sache als Zeuge befragt worden. Letzterer hatte unlängst betont, es habe bei der Bestellung keine politischen Vorgaben gegeben. Auch Novomatic-Chef Neumann meinte, es könne gar keine Deals und oder Zusagen fürs kleine Glücksspiel geben, und auch Sidlo dementierte alle Vorwürfe.

>>> Bericht im „Standard“ 

>>> Bericht im Ö1-„Mittagsjournal“ 

(Red.)