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Wednesdays For Future!

Der Weißkopfseeadler, das Wappentier der USA, profitierte von dem Gesetz.
Der Weißkopfseeadler, das Wappentier der USA, profitierte von dem Gesetz.APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

Die Trump-Regierung weicht den Artenschutz auf. In ihrer Ignoranz für das Überleben von Tieren und Umwelt ist sie damit nicht allein. Die Suppe wird wieder einmal die junge Generation auslöffeln müssen.

Nach dem amerikanischen Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen und der Rücknahme einer ganzen Reihe von Umweltschutz-Vorschriften kommt nun eine weitere Hiobsbotschaft für Tiere und Natur aus Washington. Die Regierung von Donald Trump hat angekündigt, das 1973 von Richard Nixon unterzeichnete Artenschutzgesetz aufzuweichen. Ein Gesetz immerhin, dem Tierarten wie Grauwölfe, Weißkopfseeadler oder Grizzlybären ihr Überleben verdanken. Das ist schlimm, aber leider kein auf die USA beschränktes Problem.

Denn die Trump-Regierung ist mit dieser Politik alles andere als allein. Getrieben von wirtschaftlichen Interessen hat Japan mit Anfang Juli den kommerziellen Walfang wieder aufgenommen – nach 68 Jahren. Der Hunger der rasant wachsenden asiatischen Mittelschicht nach exotischen Delikatessen, traditioneller Medizin und teuren Souvenirs bedroht das Überleben von Elefanten, Nashörnern und Schuppentieren. Die Gier der Konzerne nach Rohstoffen, nach Soja und Palmöl oder Weideflächen für Vieh zerstört die Regenwälder und damit die Lebensräume zahlreicher weiterer Tierarten wie jene des Orang-Utan.

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Einer globalen Bankrotterklärung kam der Bericht des Weltbiodiversitätsrats im Mai gleich: Eine Million Arten werde in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vom Aussterben bedroht sein, warnten die Experten. Vor knapp einem Monat hat die Weltnaturschutzunion ihrer Roten Liste 7000 bedrohte Arten hinzugefügt - mit dem Hinweis: „Der Niedergang der Natur vollzieht sich in einem nie dagewesenen Tempo.“ Und erst am Dienstag beschrieb die Umweltstiftung WWF in einem neuen Bericht, dass sich die weltweiten Bestände zahlreicher Tierarten in Wäldern seit 1970 mehr als halbiert haben.

Dass von alten, ignoranten Männern wie Trump oder seinem brasilianischen Pendant Jair Bolsonaro keine Umkehr zu erwarten ist, dürfte klar sein. Artenschutz steht bei vielen Staaten nur dann oben auf der Agenda, wenn er nichts kostet und vor allem keine kommerziellen Interessen bedroht. Dabei ist längst bekannt, wie man den Trend aufhalten, wenn nicht sogar umkehren kann. Kurzversion: Eine umweltfreundlichere Landwirtschaft und konsequente Umwelt- und Klimaschutz auf allen Ebenen.

Es wird wohl - wie beim Klimaschutz - bei der jungen Generation hängenbleiben, die Suppe auszulöffeln. Angesichts der weltweit dramatischen Lage wäre es nur angemessen, die Fridays-For-Future-Bewegung um einen Tag für den Artenschutz zu ergänzen. Zum Beispiel den heutigen. Wednesdays For Future! Auch auf die Gefahr hin, dass die Schüler irgendwann gar nicht mehr in die Schule gehen, wenn wir so weitermachen.