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Champions League: Mit den Lask-Tugenden die nächste Sternstunde erleben

Die Linzer wollen am Dienstagabend im Heimspiel gegen Brügge den Grundstein für den Aufstieg in die Gruppenphase legen.

Linz. Noch mindestens 180 Minuten trennen Vizemeister Lask von einem möglichen Einzug in die Champions League. Nach dem Aufstieg gegen den FC Basel wollen die Linzer auch gegen Club Brügge bestehen. Gegen die Belgier soll am Dienstag (21 Uhr, live dazn) im Play-off-Hinspiel im mit 14.000 Zuschauern ausverkauften Linzer Stadion der Grundstein für die historische Teilnahme an der Gruppenphase der Königsklasse gelegt werden.

„Der Fokus“, sagte Lask-Coach Valerien Ismael, „liegt auf unserer eigenen Stärke, das hat sich gegenüber dem Basel-Spiel nicht geändert. Einziger Unterschied ist, dass sich der Glaube dahin gefestigt hat, dass wir jeden Gegner besiegen können, wenn wir bei 100 Prozent sind und alle ihre Leistung abrufen.“ Brügge beendete die nationale Meisterschaft vergangene Saison wie der Lask auf Rang zwei, international war 2018/19 nach Rang drei (6) in einer Champions-League-Gruppe mit Dortmund, Atletico Madrid (je 13) und Monaco (1) und dem Umstieg in die Europa League im Sechzehntelfinale gegen Salzburg (1:2 h, 0:4 a) Endstation. „Sie spielen vom System her ähnlich wie Basel, verfügen aber über mehr Schnelligkeit und haben eine gute Ballsicherheit“, analysierte Ismael.

 

Verwundbare Belgier

Mit Philippe Clement ist seit dieser Saison ein neuer Coach am Werk. Der Belgier kam als Meistertrainer von Genk. „Er steht für Offensivfußball. Ich erwarte, dass sie ihre Philosophie durchsetzen, sie versuchen werden, uns unter Druck zu setzen“, erklärte Ismael. Zu Gute kommen könnte seinem Team, dass beim 15-fachen belgischen Meister noch nicht alles reibungslos funktioniert. „Sie haben viele neue Spieler. Wir haben in der Spielvorbereitung viele Punkte erkannt, wo wir unsere Stärken zeigen können.“

Lauffreudigkeit, aufopferungsvoller Kampf, Teamwork sind Schlagwörter, die der Franzose in einem „intensiven Spiel auf des Messers Schneide“ wieder sehen möchte. „Das ist unsere Stärke, das müssen wir wieder bringen“, sagte der Nachfolger von Oliver Glasner.

Auf Abwarten zu spielen, sei keine Option. „Wir wollen uns eine gute Ausgangslage schaffen, spielen auf Sieg.“ Das sei auch gegen Basel der Schlüssel zum Erfolg gewesen. „Wir sind gegen Basel nicht weitergekommen, weil wir ein 1:1 verteidigt haben, sondern weil wir zwei offensive Spieler gebracht haben und dann die Tore gemacht haben“, erinnerte Ismael.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der 43-Jährige wieder jene Startformation aufs Feld schicken, die auch beim 3:1-Heimsieg gegen die Schweizer begonnen hatte. Da kein einziger Feldspieler davon beim 1:1 am Samstag gegen die WSG Tirol durchspielte, ist die Doppelbelastung kein großes Thema. „Wir werden eine frische Mannschaft auf den Platz schicken, was für unsere Spielweise ganz wichtig ist.“ (ag./Red)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.08.2019)