Die Europäische Zentralbank wird im September wohl wieder versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln. Die sinkende Teuerung zwingt sie dazu: In der Eurozone lag die Inflationsrate zuletzt bei 1,0 Prozent, in Österreich bei 1,4.
Wien. Es klingt so simpel. Die Europäische Zentralbank hat eine Aufgabe: Sie muss für Preisstabilität im Euroraum sorgen. Also für eine milde Inflation, die knapp unter zwei Prozent liegt. So definieren die Notenbanker ihr Ziel. Aber auch das können sie derzeit nicht erreichen. Sowohl in der Eurozone als auch in Österreich ist die Teuerung zuletzt wieder gesunken. Dazu kommen Probleme in Deutschland. Die Bundesbank warnte am Montag vor einer drohenden Rezession.
Die EZB muss jetzt ihre Geldpolitik erneut lockern, sagt Estlands Notenbank-Chef Madis Müller. „Die Teuerung liegt weit unter der Zielmarke der Notenbank,“ so das EZB-Ratsmitglied am Montag in Tallinn: „Das kann bedeuten, dass die Zentralbank die Wirtschaft erneut ankurbeln muss.“ Der EZB-Rat werde dies auf seiner Sitzung am 12. September diskutieren. Die Inflation im Euroraum war im Juli auf 1,0 Prozent gesunken – nach 1,3 Prozent im Juni.