Deutschland verkauft erstmals 30-jährige Anleihen mit Negativ-Rendite

Investoren bezahlen dafür, Deutschland Geld leihen zu dürfen.

Bei einer Emission neuer 30-jähriger Anleihen verkauft der deutsche Bund die Papiere erstmals mit einer Rendite unter null Prozent. Bei der 824 Millionen Euro schweren Auktion lag die durchschnittliche Rendite bei minus 0,11 Prozent, teilte die Deutsche Finanzagentur am Mittwoch mit. Dies bedeutet, dass Investoren dafür bezahlen, dem Bund Geld leihen zu dürfen.

Die unlängst wieder aufgeflammte Angst vor einer weltweiten Rezession treibt Anleger vermehrt in die als sicher geltenden Bundesanleihen. Hinzu kommen Spekulationen auf Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und eine Wiederaufnahme von deren Bondkäufen. Dies drückte die Rendite der 30-jährigen Titel Anfang des Monats erstmals unter null Prozent. Seither sind sämtliche Schuldtitel des Bundes für Investoren ein Verlustgeschäft.

Die heimischen Staatsanleihen haben heute, Mittwoch, zu Mittag überwiegend mit leichten Verlusten notiert. Während die heimischen Staatsanleihen in den längeren Fristen durchwegs leichte Kursverluste verbuchten, traten die zweijährigen Festverzinslichen gegen Mittag auf der Stelle.

Die Rendite der 30-jährigen heimischen Bundesanleihe lag in der Früh bei 0,23 (zuletzt: 0,20) Prozent, die zehnjährige Benchmark-Bundesanleihe rentierte mit -0,41 (-0,44) Prozent, die fünfjährige mit -0,73 (-0,74) Prozent und die zweijährige lag bei -0,79 (-0,79) Prozent.

Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Benchmark-Anleihe betrug für die 30-jährige Bundesanleihe am Vormittag 38 (zuletzt: 42) Basispunkte. Die zehnjährige Referenz-Bundesanleihe lag 28 (34) Basispunkte über der deutschen Zinskurve. Für die fünfjährige errechnet sich ein Rendite-Abstand von 19 (19) Basispunkten und für die zweijährige ein Aufschlag von 11 (10) Punkten gegenüber der vergleichbaren deutschen Anleihe.

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