Die EU bereitet den Boden für den Brexit vor

Boris Johnson und Emmanuel Macron.APA/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT

Das Angebot an Boris Johnson, binnen 30 Tagen einen alternativen Austrittsdeal vorzulegen, dient primär dazu, die Schuld für den drohenden Crash von der EU zu weisen.

London/Brüssel. „30 Tage für einen Deal“ – so fasste der „Daily Express“ die Unterredung zwischen Boris Johnson und Angela Merkel zusammen. Mit dieser Ansage am Titelblatt war das militant antieuropäische Boulevardblatt kein Ausreißer: So gut wie alle britische Tageszeitungen, die sich auf die Seite der Brexit-Befürworter gestellt haben, interpretierten das Ergebnis des Treffens in Berlin als Verhandlungserfolg des britischen Regierungschefs.

Merkel hatte Johnson ersucht, einen eigenen Vorschlag für die Lösung des nordirischen Brexit-Dilemmas zu liefern. Die mit seiner Vorgängerin Theresa May vereinbarte Regelung, die Durchlässigkeit der Grenze zwischen Nordirland und Republik Irland mittels einer Backstop-Klausel zu sichern, ist für Johnson nicht akzeptabel. Kann er bis Ende September mit einer Alternative aufwarten? Die „Daily Mail“, das zweite Leibblatt der Brexit-Befürworter, war sich am Donnerstag sicher: „Ja, we can!“

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