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Seniorenrat fordert doppelte Erhöhung für Kleinpensionen

Pensionen bis 1250 Euro sollen um 3,6 Prozent erhöht werden. SPÖ-Pensionistenverband und ÖVP-Seniorenbund sprechen von einem Akt der Gerechtigkeit.

Der Seniorenrat geht mit einer konkreten Forderung in den Pensionsgipfel am kommenden Mittwoch. Kleine Pensionen bis 1250 Euro sollen demnach 2020 um den doppelten Wert der gesetzlichen Anpassung, also um 3,6 Prozent erhöht werden. Darüber soll die Anpassung - bis zur ASVG-Höchstpension von derzeit 3477 Euro - bis auf 1,8 Prozent abgeschmolzen werden. Alle Pensionen über 3477 brutto sollen um den gesetzlichen Wert von 1,8 Prozent angehoben werden.

Diese Forderung wird von allen Organisationen des Seniorenrates mitgetragen. Der Präsident des SPÖ-Pensionistenverbandes, Peter Kostelka, nannte sie am Freitag in einer Pressekonferenz gerecht, maßvoll und spürbar für die Pensionisten. Angesichts des guten Wirtschaftswachstums und relativ hoher Lohnabschlüsse stehe auch den Pensionisten ihr Anteil am allgemeinen Wohlstand zu. Die Verdoppelung für die Klein- und Kleinstpensionisten ist für ihn "ein Akt der Gerechtigkeit". Konkret bedeute das Modell, dass jede Pension im Schnitt um etwa 30 Euro netto erhöht würde.

Auch die Präsidentin des ÖVP-Seniorenbundes, Ingrid Korosec, sprach von Gerechtigkeit und Dankbarkeit gegenüber den Pensionisten, aber auch von wirtschaftlichen Gründen, weil vor allem bei den kleinen Pensionen alles in den Konsum fließe. Die Mehrkosten gegenüber der gesetzlichen Anpassung bezifferte Korosec mit rund 100 Millionen Euro. Brutto würden sich zwar Kosten von etwa 400 Millionen ergeben, rund 300 Millionen würden aber über Steuern wieder zurückfließen. Die gesetzliche Anpassung alleine mit 1,8 Prozent für alle würde sich mit rund 700 Millionen Euro zu Buche schlagen.

„Angstmacherei unbegründet"

Korosec wandte sich auch gegen "Angstmacherei" beim Thema Pensionen, die "unbegründet" sei. Sie verwies darauf, dass laut Prognose der Staatszuschuss zu den Pensionen bis 2060 nur um 0,5 Prozent des BIP wachsen soll. Außerdem liege die Medianpension nur bei 1.005 Euro brutto. Das bedeutet, dass etwa eine Million Pensionisten mit weniger auskommen muss.

Seine Vorschläge hat der Seniorenrat bereits Freitagfrüh den Parlamentsparteien übermittelt. An dem Pensionsgipfel am Mittwoch im Parlament, zu dem der Seniorenrat eingeladen hat, sollen Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, Sozialministerin Brigitte Zarfl und die Chefs der Parlamentsparteien teilnehmen. Kostelka erwartet sich von dem Treffen "zumindest die Perspektive", dass die Parteien den Vorschlag mittragen können und es am 25. September im Parlament zu einem Beschluss kommt. Auch Korosec kann sich vorstellen, dass am Mittwoch schon eine Entscheidung fallen kann.

Eine zweite Forderung, mit der der Seniorenrat in den Gipfel geht, betrifft die schon seit langem verlangte Aliquotierung der ersten Pensionsanpassung. Derzeit wird die erste Anpassung nach Pensionsantritt erst mit 1. Jänner des zweitfolgenden Jahres wirksam. Im Extremfall bedeutet dies, dass Pensionisten bis zu zwei Jahre auf ihre erste Erhöhung warten müssten. Das nannte der Obmann des freiheitlichen Seniorenringes, Werner Neubauer, in der Pressekonferenz "ungerecht". Die geforderte Aliquotierung mit Beginn 1. Jänner des Folgejahres würde bedeuten, dass jemand, der mit 1. Juli 2019 in Pension ging, für 2020 die Hälfte der Anpassung und ab 20210 die volle Anpassung bekäme.

(APA)

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