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Rapid und Lask, ziemlich beste Feinde

Siegmund Gruber
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Spielertransfers, abgelehnte Spielverschiebungen, Spitzen aus der Führungsebene: Das Duell zwischen Rekordmeister Rapid und Lask ist längst nicht mehr nur eines auf dem Rasen.

Wien. Rechtzeitig vor dem Bundesligaspiel zwischen Rapid und Lask (Samstag, 17 Uhr, live Sky) hat Siegmund Gruber, der Präsident der Linzer, nochmals kräftig Öl ins Feuer gegossen. Weil die Wiener dem äußerst kurzfristigen Anliegen nach einer Verschiebung der Partie aufgrund des bevorstehenden Champions-League-Rückspiels in Brügge am Mittwoch nicht nachkamen, sah sich Gruber veranlasst, gegenüber der „Kronen Zeitung“ einen Verbalangriff gegen die Hütteldorfer zu reiten. „Bei denen hört die Solidarität da auf, wo der Klubname endet.“

Die Wogen zwischen den beiden Klubs waren schon in den vergangenen Tagen und Wochen etwas hoch gegangen, nachdem im Sommer zunächst Leistungsträger Maximilian Ullmann von Linz nach Wien gewechselt war. Rapid hatte von einer Ausstiegsklausel im Vertrag des 23-Jährigen Gebrauch gemacht, die Oberösterreicher waren über den Transfer zum direkten Konkurrenten „not amused“. Erst am Montag wurden abermals die Seiten gewechselt, diesmal schloss sich Rapids Marvin Potzmann, der seit dem Frühjahr unter Dietmar Kühbauer keine Rolle mehr spielte, dem Vizemeister an. Auch dieser Wechsel blieb freilich nicht unkommentiert. Rapid-Sportdirektor Zoran Barišić dementierte am Freitag eine Aussage Grubers, wonach die Hütteldorfer einen Einsatz des 25-Jährigen verhindern wollten. „Er steht zur Verfügung“, erklärte auch Lask-Coach Valérien Ismaël. „Er ist topfit, er hat bei Rapid alles mitgemacht.“ Ob Potzmann auch von Anfang an spielen wird, ließ der Franzose aber offen.

 

Lieber spielen statt pausieren

Ismaël hatte im Rahmen der Pressekonferenz am Freitag nicht wirklich auf offizieller Vereinslinie agiert, so erklärte er, persönlich ohnehin nicht für eine Spielverschiebung gewesen zu sein. Der frühere Bayern-Profi habe immer damit gerechnet, dass der Spieltermin Samstag bestehen bleibe. „Der Verein hat einen Antrag gestellt, das ist absolut legitim. Für mich war immer klar, dass wir spielen.“ Für Ismaël ist ein Match – Club Brügge pausiert dieses Wochenende in der Meisterschaft – die bessere Vorbereitung. „Es ist wichtiger, dass wir die ganze Woche zusammen sind, dass die Spannung hoch bleibt, dass wir keinen freien Tag haben. Wir müssen jetzt alle zusammen fokussiert bleiben.“

Favorit ist im Duell am Samstag vorab keiner auszumachen. Rapid hat sich zuletzt mit Erfolgen über Altach (2:1) und Sturm (1:0 in Graz) auf Platz vier der Tabelle vorgearbeitet. „Natürlich waren die letzten zwei Siege sehr wichtig für den Kopf. Wir wollen jetzt genauso weitermachen wie zuletzt. Mit einem weiteren Sieg bringen wir uns in eine sehr gute Position“, betonte Kühbauer und fieberte schon dem Match entgegen, weil „der Lask nach seinem Vorstoß ins Champions-League-Play-off derzeit in aller Munde ist.“

Die Oberösterreicher sind nach drei Siegen und dem 1:1 zuletzt gegen Aufsteiger Tirol in der Meisterschaft noch ungeschlagen und nach ihrem besten Bundesligastart der Vereinsgeschichte erneut erster Verfolger von Serienmeister Salzburg. In der Vorsaison gewann der Lask beide Ligaduelle knapp (2:1/h, 1:0/a), hatte aber dafür dann im Cup-Halbfinale mit 3:4 im Elferschießen (1:1 n.V.) das Nachsehen gegen die Hütteldorfer.

Besonderes Augenmerk gelte bei Rapid dem Abschluss, hat der Lask doch erst einen Gegentreffer in der Bundesliga kassiert. „Wir müssen uns nicht nur Chancen herausspielen, sondern effektiv vor dem Tor sein und diese Chancen nutzen“, erklärte Ullmann. (red)

Samstag: WAC – Altach, Rapid – Lask, Mattersburg – St. Pölten (je 17 Uhr, live Sky).

Sonntag: Salzburg – Admira, Sturm – Tirol, Hartberg – Austria (je 17 Uhr, live Sky).
Torschützen: Weissman (7), Håland, Tadić (6), Monschein (4)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2019)