Die unheimlichen Abgründe von Künstlicher Intelligenz

Wie Kunst hilft, Technologie zu hinterfragen.

Machte einst die menschenähnliche Ästhetik von Maschinen ihre Unheimlichkeit aus, so sehen diese heutzutage viele in ihrer Intelligenz. „Jetzt kommen unsere Werte ins Spiel“, sagt Marlies Wirth. Die MAK (Museum für Angewandte Kunst)-Kustodin kuratierte gemeinsam mit dem Medientheoretiker Paul Feigelfeld die Ausstellung „Uncanny Values. Künstliche Intelligenz & Du“, die derzeit anlässlich der Vienna Biennale im MAK Wien gezeigt wird. Die Schau setzt setzt sich mit Fragen nach Technologie, Menschsein, Macht und Kultur auseinander. „Die künstlerischen Positionen stellen einen Bezug dazu her, in welchen Lebensbereichen uns Künstliche Intelligenz (KI) betrifft und helfen uns dabei, diese Prozesse zu hinterfragen“, so Feigelfeld.

Aktuell werden drei der zwanzig künstlerischen Positionen beim Forum Alpbach gezeigt. Die Verknüpfung von Kunst und Technik gehört hier zum guten Ton. „Die Kunst hat uns vieles voraus“, sagte Wolfgang Knoll, Geschäftsführer vom Austrian Institute of Technology (AIT) bei der Eröffnung der diesjährigen „#Art Tech“-Ausstellung im Congress Centrum. „Wir machen Technologie für Menschen und die Kunst zeigt uns, wie gut diese angenommen wird.“

Zu sehen ist das Video „Trigger Warnung“ (Superflux), das sich damit auseinandersetzt, wie Technologien genutzt werden können, um Ideologien zu kreieren. Die Installation „Citizen Ex“ (James Bridle) widmet sich dem Phänomen der algorithmischen Staatsbürgerschaft, die auf den persönlichen Datenspuren im Internet beruht. Und die dritte Position, „Asunder“ (Tega Brain, Julian Oliver, Bengt Sjölén), visualisiert die Simulation eines KI gesteuerten fiktiven Geoengineering-Prozesses. (cog)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2019)