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Glatz-Kremsner: "Die Casinos wären das Opfer"

Casinos-Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner(c) Clemens Fabry

Die Beurteilung der Qualifikation eines Vorstandskollegen sei nicht ihre Aufgabe, meint die Casinos-Generaldirektorin.

Zur umstrittenen Bestellung des FPÖ-Mannes Peter Sidlo zum Finanzvorstand der Casinos Austria und zum Verdacht auf Lizenz-Absprachen der damaligen FPÖ-Spitze mit der Novomatic meldet sich nun Casinos-Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner zu Wort. In einem am Freitag erscheinenden "trend"-Interview erklärt Glatz-Kremsner laut Vorausmeldung, im Falle von Absprachen wären die Casinos das Opfer.

"Sollte es solche Absprachen tatsächlich gegeben haben, wären die Casinos Austria Opfer gewesen. Alles - etwa eine zweite Online-Lizenz - wäre zu unseren Lasten gegangen." Sie selber wisse aber nichts von Absprachen über neue Glücksspiellizenzen. Bei den Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft geht es um den Verdacht, dass zwischen der Novomatic und dem Ex-FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache im Gegenzug für die Besetzung von Sidlo zum Casinos-Finanzvorstand die Vergabe von Glücksspiellizenzen an die Novomatic vereinbart wurde. Die Betroffenen weisen alle Vorwürfe zurück.

Gute Zusammenarbeit mit Sidlo

Es sei nicht ihre Aufgabe, die Qualifikation eines Vorstandskollegen zu beurteilen, denn das sei Sache des Aufsichtsrats, betont Glatz-Kremsner im "trend". Bei einer Sitzung des Präsidiums des Aufsichtsrates am 5. September könne die Causa thematisiert werden. "Aber ich teile die Ansicht des Aufsichtsratspräsidenten, dass wir in einem Rechtsstaat leben, in dem die Unschuldsvermutung gilt". Sie selber arbeite mit Sidlo gut zusammen. Laut Medienberichten war für den eingeschalteten Personalberater die Qualifikation Sidlos für die Funktion des Finanzvorstands der Casinos nicht gegeben.

Vor ihrer Bestellung zur Generaldirektorin war Glatz-Kremsner Finanzvorständin der Casinos. Von Juli 2017 bis Mai 2019 war sie stellvertretende ÖVP-Parteichefin.

Die neue Generaldirektorin hätte sich einen besseren Start gewünscht. "Es belastet mich auch, wenn ich in Zeitungen lesen muss, dass ich meinen Job deshalb bekommen habe, weil ich kurze Zeit Stellvertreterin von Sebastian Kurz war und das, obwohl ich seit 30 Jahren erfolgreich im Unternehmen bin. Das finde ich nicht fair." Sie müsse nun versuchen, Reputationsschaden vom Unternehmen abzuwenden. Das Konzernhalbjahresergebnis sei besser als im Vorjahr und über Budget. Durch ein Sparprogramm seien auf freiwilliger Basis 100 Mitarbeiter abgebaut worden, Kündigungen waren nicht notwendig.

 

(APA)