Alibaba-Chef Ma hält Zwölf-Stunden-Woche für möglich

Tesla Inc CEO Musk and Alibaba Group Holding Ltd Executive Chairman Ma attend the World Artificial Intelligence Conference in Shanghai
Jack Ma und Elon Musk bei einer Diskussion in Shanghai.REUTERS

Jack Ma und Elon Musk lieferten sich einen Schlagabtausch über Künstliche Intelligenz. Maschinen würden sich bald mit den Menschen langweilen, prophezeit Tesla-Gründer Musk.

Riesengefahr oder Chance für die Menschheit? Alibaba-Gründer Jack Ma und Tesla-Chef Elon Musk haben sich bei einer Diskussion in Shanghai einen Schlagabtausch über das Potenzial von Künstlicher Intelligenz (KI) geliefert. "Computer sind clever, aber Menschen sind so viel schlauer", gab sich Ma überzeugt.

"Wir haben den Computer erfunden - ich habe noch nie einen Computer gesehen, der einen Menschen erfunden hat", meinte Ma. Letztlich glaube er nicht, dass Künstliche Intelligenz eine Gefahr für die Menschheit sei, sagte Ma. Vielmehr könne sie dabei helfen, "Menschen besser zu verstehen". Der 54-Jährige ist Mitbegründer des Internetkonzerns Alibaba und der reichste Mann Chinas.

Musk: Ohne Handy fehlen dir Gließmaßen

Musk, seines Zeichens Gründer des US-Elektroautobauers Tesla und des Raumfahrtunternehmens SpaceX, hielt entschieden dagegen. "Ich weiß nicht Mann, das klingt wie berühmte letzte Worte." Es sei unglaublich, wie schnell sich Computer derzeit weiter entwickelten. Die Maschinen seien auf dem besten Weg, ungeduldig mit den Menschen zu werden und sich irgendwann mit ihnen zu langweilen.

"Das ist dann so, als würden sie sich mit einem Baum unterhalten", sagte der 48-Jährige bei der Podiumsdiskussion zum Start einer KI-Konferenz. Die Menschheit könne nur hoffen, sich einen Teil der Computermacht zunutze machen zu können. Schon jetzt seien alle abhängig, weil sie mit ihren Handys und Computern so verbunden seien, sagte Musk. "Das Handy ist wie eine Verlängerung von Dir. Wenn Du es vergisst, ist es, als fehlten Dir Gliedmaßen."

Ma betonte die Vorteile Künstlicher Intelligenz - er halte eine Arbeitszeit von vier Stunden an drei Tagen die Woche angesichts des technischen Fortschritts für möglich, sagte er. Mit Musks Plänen, Menschen mit seinen Raketen irgendwann zum Mond oder zum Mars zu bringen, ging er kritisch um. "Wir brauchen Helden wie Dich, aber wir brauchen noch mehr Helden wie uns, die die Dinge auf der Erde verbessern."

Ein einigermaßen versöhnliches Ende nahm das Streitgespräch dann doch noch: Die Sterblichkeit der Menschheit finden beide Technologie-Magnaten gut - denn jede neue Generation habe neue Ideen, um die globalen Herausforderungen zu meistern. "Es ist großartig, zu sterben", sagte Ma und Musk fügte hinzu: "Das ist wahrscheinlich richtig."