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Afghanistan: Wie viel ein gefallener Deutscher kostet

Afghanistan viel gefallener Deutscher
(c) EPA (KARL JOSEF HILDENBRAND)
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Der deutsche Afghanistan-Einsatz ist drei Mal so teuer wie bislang bekannt. Er dürfte insgesamt 36 Milliarden Euro kosten. In ihrer Studie berechnen zwei Ökonomen auch die Kosten gefallener Soldaten.

Der Afghanistan-Einsatz der deutschen Bundeswehr ist dreimal so teuer, wie bislang bekannt, haben die Ökonomen Tilman Brück und Olaf de Groot errechnet. In ihrer Studie berechnen sie auch die Kosten gefallener Soldaten: Pro totem Deutschen veranschlagen sie 2,3 Millionen Euro.

"Es wäre zynisch, eine solche Berechnung zu unterlassen", rechtfertigt Brück im Interview mit dem "manager magazin". Nur, wenn die Kosten eines Krieges offengelegt würden, könne eine aufgeklärte Debatte darüber beginnen, ob der politische Nutzen diese Kosten rechtfertigt. "Wir wollen für Transparenz zumindest auf der einen Seite der Gleichung sorgen", so Brück.

Der Betrag von 2,3 Millionen Euro entspreche dem, was in der EU auch in anderen Kosten-Nutzen-Analysen als Preis für ein Menschenleben veranschlagt wird - etwa beim Thema Verkehrssicherheit.

Krieg kostet Deutschland 36 Milliarden

Die Fortsetzung des Bundeswehr-Einsatzes kostet laut der Studie von Brück und de Groot rund drei Milliarden Euro pro Jahr - das deutsche Verteidigungsministerium hatte die Kosten auf nur ein Drittel geschätzt. Insgesamt dürfte die Beteiligung am Krieg die Deutschen etwa 36 Milliarden Euro kosten.

Neben den unmittelbaren Verteidigungsausgaben haben die Ökonomen auch eine Reihe von Kosten einbezogen, die die Bundesregierung nicht als Afghanistan-spezifisch ansieht, etwa den Sold der in Afghanistan eingesetzten Soldaten. Auch die langfristigen Kosten, die durch verwundete oder gefallene Soldaten entstehen, werden berücksichtigt, ferner die, die in anderen Ministerien entstehen, etwa im Auswärtigen Amt.

Schlussendlich sind auch die Finanzierungskosten des Kriegs ein Faktor: "Schließlich fehlt jeder Euro, der in Afghanistan ausgegeben wurde, für Investitionen an anderer Stelle der Volkswirtschaft", so Brück im Interview.

(beba)