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Naomi Campbell soll in Kriegsverbrecher-Prozess aussagen

Naomi Campbell soll KriegsverbrecherProzess
(c) EPA (IAN LANGSDON)
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Das Supermodel soll von dem ehemaligen liberianischen Diktator Charles Taylor Blutdiamanten bekommen haben. Taylor steht vor Gericht, weil er den Bürgerkrieg in Sierra Leone mit Waffenlieferungen anheizte.

Supermodel Naomi Campball soll im Kriegsverbrecher-Prozess gegen den früheren liberianischen Diktator Charles Taylor aussagen. Taylor, der derzeit vor dem UNO-Tribunal für Sierra Leone in Den Haag steht, soll ihr 1997 in Südafrika, nach einem Dinner bei Präsident Nelson Mandela, Rohdiamanten geschenkt haben.

Campbell ließ zuvor über ihren Anwalt mitteilen, dass sie um ihre Sicherheit besorgt sei und sich nicht in den Fall verwickeln lassen wolle. Ihre Aussage sei notwendig, hieß es in dem Antrag, den die Anklage am Donnerstag vorlegte.

Blutdiamanten für Waffen und Munition

Die Staatsanwaltschaft wirft Taylor vor, den Bürgerkrieg im benachbarten Sierra Leone durch Waffenlieferungen angeheizt zu haben. Für Waffen und Munition habe er von den Rebellen der Revolutionären Einheitsfront (RUF) sogenannte "Blutdiamanten" erhalten. Bei dem Konflikt starben zwischen 1991 und 2001 mehrere zehntausend Menschen.

Auch die US-Schauspielerin Mia Farrow soll in der Sache vorgeladen werden. Farrow, die ebenfalls bei dem Dinner anwesend war, hatte gesagt, Campbell habe ihr von dem Diamantengeschenk des Diktators erzählt. Der Anklage zufolge hielt sich Taylor 1997 in Südafrika auf, weil er dort Diamanten, die er von Rebellen in Sierra Leone erhielt, gegen Waffen tauschen wollte.

Mord, Vergewaltigung, Kindersoldaten

Neben den Waffenlieferungen wird Taylor auch des Mordes, der Vergewaltigung sowie der Rekrutierung von Kindern als Soldaten beschuldigt. Der 62-Jährige soll den extrem brutal agierenden RUF-Rebellen insbesondere beim Handel Diamanten geholfen haben. Liberia exportierte RUF-Diamanten aus Sierra Leone im Wert von 300 Millionen Dollar.

(APA/apn/Red.)