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Uli Hoeneß zieht sich aus Spitze des FC Bayern zurück

Der 67-Jährige will den Vorsitz, nicht aber die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat abgeben. Als Präsident tritt er ab.

Die Zäsur beim FC Bayern München ist seit Donnerstag offiziell: Uli Hoeneß wird sich nach vier Jahrzehnten aus der Führungsspitze des FC Bayern München zurückziehen. Der 67-Jährige will am 15. November nicht wieder als Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters kandidieren. Seinen Vorsitz im Aufsichtsrat möchte er in der ersten Sitzung nach der Jahreshauptversammlung zur Verfügung stellen.

Sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrates wird Uli Hoeneß aber für die Dauer seiner Bestellung bis November 2023 weiterhin beim Club von ÖFB-Star David Alaba wahrnehmen. Das teilten die Münchner am Donnerstagabend mit.

Beide Spitzenämter von Hoeneß soll der langjährige Adidas-Chef Herbert Hainer übernehmen. Der 65-Jährige fungiert aktuell bereits als Hoeneß' Stellvertreter im Aufsichtsrat. Die persönliche Entscheidung habe er am Ende eines "langen Prozesses" getroffen, hatte Hoeneß schon zuvor gesagt.

Bereits im Juli hatte die „Bild“-Zeitung von Hoeneß' Absichten berichtet. Der Fußballclub hatte damals aber noch keine Stellungnahme abgegeben. Hoeneß hatte Anfang Mai sein 40-jährige Amtsjubiläum als Manager und Macher des Vereins gefeiert. "Ich werde mich nach der Saison in aller Ruhe mit meiner Familie zusammensetzen und bis Ende Juni entscheiden, ob ich noch einmal antrete oder nicht. Diesen Fahrplan kennen alle im Verein", hatte Hoeneß anlässlich des Jubiläums in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur erklärt. "Ich bin in der Sache total entspannt. Eines ist aber auch klar: Man darf sich nicht einbilden, dass man unersetzlich ist. Jeder ist ersetzbar", fügte der Weltmeister von 1974 hinzu.

Hoeneß hatte zunächst am Mittwoch seine Präsidiumskollegen informiert, am Donnerstag teilte er dann seinen Entschluss dem Aufsichtsrat mit. Dem Verwaltungsbeirat, der satzungsgemäß das Vorschlagsrecht für die Präsidentschaftskandidaten hat, empfahl der 67-Jährige, Hainer als seinen Nachfolger für das Amt des Präsidenten zu nominieren. Das Gremium kam dieser Empfehlung nach. Dieter Mayer und Walter Mennekes sollen Vizepräsidenten bleiben.

Hoeneß wurde 2009 erstmals zum Präsidenten gewählt. Der einstige Weltklassestürmer zeigte sich froh darüber, dass er viele Weichen in seinem Verein stellen habe können: Neben Hainer hat er Ex-Kapitän Oliver Kahn (50) als designierten Nachfolger für Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (63) gewonnen, der Ende 2021 aufhören will.

Durch Trainer Kovac, Sportdirektor Hasan Salihamidzic sowie die Vorstände Jan-Christian Dreesen und Jörg Wacker hat Hoeneß schon zuvor etliche Positionen mit Leuten seiner Wahl besetzt.

(APA/dpa)