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Bogner-Strauß vs. Heinisch-Hosek: „Und jetzt willst du die Revolution“

Die Frauen-Chefinnen der ÖVP und der SPÖ, Juliane Bogner-Strauß (l.) und Gabriele Heinisch-Hosek, trafen einander in Graz für das Gespräch.
Die Frauen-Chefinnen der ÖVP und der SPÖ, Juliane Bogner-Strauß (l.) und Gabriele Heinisch-Hosek, trafen einander in Graz für das Gespräch.(c) GERY WOLF

Streitgespräch unter Frauenministerinnen: Bogner-Strauß war unter Türkis-Blau für Frauenagenden zuständig, Heinisch-Hosek unter Rot-Schwarz. Beide wollen Rollenbilder aufbrechen, nur wie? Ein (fast) nicht moderiertes Gespräch über Lohngerechtigkeit, Gewaltschutz und Betreuung.

Die Presse: Sie waren beide Frauenministerinnen. Was war aus sachpolitischer Sicht die größte Herausforderung?

Gabriele Heinisch-Hosek: Zum einen eine Quote für Führungspositionen bei Unternehmen zu bekommen, an denen der Bund mehr als 50 Prozent Anteile hält. Leider ist die Quote nach einem ersten Anstieg zuletzt wieder gesunken. Zum anderen ein Gesetz für Einkommensberichte zu schaffen. Da ist uns ein erster Schritt gelungen.

Juliane Bogner-Strauß: Mir ging es auch darum, dass Mitarbeiterinnen von der Existenz von Einkommensberichten erfahren. Viele Unternehmen haben sich committet, darüber zu informieren. Auch das Gewaltschutzpaket war zum Teil ein steiniger Weg. Wir haben es mit Experten auf den Tisch gelegt. Gerade bei der Anzeigepflicht von Vergewaltigungen für das Gesundheitspersonal scheiden sich die Geister.

HH: Die Expertinnen haben klar gesagt, dass eine Verschwiegenheitsklausel wichtig ist. Sonst trauen sich viele Frauen nicht mehr zum Arzt. Warum gibt es die Anzeigepflicht im Gesetzesvorschlag?

BS: Verschiedene Experten haben verschiedene Meinungen. Es geht auch darum, Täter zur Verantwortung zu ziehen. Mit diesem Schritt sind sie angezeigt.

HH: Aber es geht doch zuerst darum, wie es den Frauen in solchen Situationen geht. Man muss bei diesem Thema in erster Linie die Frauenberatungen finanziell gut ausstatten.

BS: Das war auch mein Ansinnen. Aber ich habe die Chance auf eine Budgetverhandlung nicht mehr gehabt.

Vor allem im Westen werden Schwangerschaftsabbrüche nur von einzelnen Ärzten vorgenommen. Sollten sie in öffentlichen Krankenhäusern angeboten werden?