Ursula von der Leyens Team ist komplett

Ursula von der Leyen
Ursula von der LeyenAPA/AFP (FREDERICK FLORIN)
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Das Versprechen gleich vieler Männer wie Frauen in ihrem Kollegium kann die Präsidentin nicht erfüllen. Unruhestifter aus Rom und London bleiben ihr erspart. Offen ist, wie sie die Osteuropäer aufwertet.

Brüssel. Fast auf den Tag genau zwei Monate nach ihrer eigenen Nominierung verkündete die designierte neue Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, am Donnerstag, nun alle 26 Kandidaten für ihr Kollegium der Kommissare beisammenzuhaben. Am kommenden Dienstag wird sie diese von ihr erwünschte Equipe der Öffentlichkeit vorstellen und auch bekannt geben, welche Ressorts von wem übernommen werden sollen.

Allerlei Gerüchte und Spekulationen kreisen um die Verteilung dieser Zuständigkeiten. Die jüngste brachte am Donnerstag die ungarische Nachrichtenwebsite 444.hu auf. Ihr zufolge werde der bisherige österreichische Kommissar, Johannes Hahn, als Nachfolger des Deutschen Günther Oettinger das Thema EU-Budget übernehmen. Das hätte eine gewisse Logik, denn Hahn wäre neben dem Slowaken Maroš Šefčovič der Einzige in von der Leyens Team, der schon zwei Amtszeiten hinter sich und somit entsprechende institutionelle Erfahrung hat. Dies wird für die anstehenden Verhandlungen über den siebenjährigen Budgetrahmen der Union, der nach 2020 beginnt, besonders wichtig sein. Denn bis vor dem Sommer nächsten Jahres hofft man in der Kommission auf eine grundsätzliche Einigung der Staats- und Regierungschefs darüber, wie viel Geld die EU wofür ausgeben können soll. Dies müsste dann von der Kommission in die detaillierten Verordnungen umgesetzt werden, auch das Einvernehmen mit dem Europaparlament wäre herzustellen. Für diese Aufgaben wäre der erfahrene, vom Geist konsensuellen Vorgehens beseelte Hahn, der mit allen politischen Akteuren auskommt, gut geeignet.

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