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Banken: BayernLB pocht auf Schadenersatz

(c) AP (Matthias Schrader)
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Kärnten soll den gesamten Hypo-Kaufpreis von 3,7 Mrd. Euro zurückzahlen. Die Kärntner Landesregierung hat schon in der Vorwoche – wie auch in den vergangenen Monaten – Forderungen der Bayern zurückgewiesen

München/Wien (DPA/red.). Die Bayerische Landesbank BayernLB beharrt nach dem Debakel um den Kauf der Kärntner Hypo Alpe Adria auf milliardenschweren Schadenersatzzahlungen durch das Bundesland Kärnten. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ erhebt die BayernLB in einem Brief an die Kärntner Landesregierung erneut schwere Vorwürfe gegen das Land und bekräftigt ihre Ansprüche.

„Wir werden den ganzen Betrag geltend machen“, zitiert die Zeitung einen nicht namentlich genannten Minister der bayerischen Staatsregierung. Die Landesbank soll im Auftrag der Regierung die beim überteuerten Hypo-Kauf in den Sand gesetzten 3,7 Mrd. Euro zurückholen.

Nach Worten von Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) prüft die BayernLB auch Schadenersatzansprüche gegen den ehemaligen Vorstand der Bank.

Ein Sprecher der BayernLB wollte keinen Kommentar abgeben. Die Bank hat in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass sie eine österreichische Anwaltskanzlei mit der Prüfung ihrer Schadenersatzansprüche beauftragt habe. In dem Brief soll die Bank unter anderem dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider vorwerfen, die BayernLB beim Kauf der Hypo Alpe Adria betrogen zu haben. Haider soll den Verkauf der Bank etwa an die Bedingung geknüpft haben, dass die BayernLB sich am Sponsoring für ein neues Fußballstadion in Klagenfurt beteiligt. Das geht aus Unterlagen der Staatsanwaltschaft München I hervor.

 

„Diffamierungskampagne“

Die Kärntner Landesregierung hat schon in der Vorwoche – wie auch in den vergangenen Monaten – Forderungen der Bayern zurückgewiesen und von einer „Diffamierungskampagne“ gesprochen.

Der Verkauf der Hypo an die Bayern dürfte deutlich früher eingefädelt worden sein, als bisher offiziell bekannt war. Das geht aus Aussagen von ehemaligen Managern der BayernLB bei der Staatsanwaltschaft München hervor, berichtet der „Spiegel“.

Der Vermögensberater und ehemalige Hypo-Chef Tilo Berlin ließ am Freitag über seinen Anwalt Ulrich Wastl der „Presse“ bestätigen, dass er im August 2006 ein Gespräch mit dem damaligen BayernLB-Chef Werner Schmidt geführt habe. Berlin wies aber auch darauf hin, dass es zum Zeitpunkt des Einstiegs der Berlin & Co Capital S.a.r.l. im Dezember 2006 bei der Hypo „keinerlei Absprachen im Hinblick auf einen späteren Erwerb einer Beteiligung durch die BayernLB gab“.

Berlin klagt in Österreich gegen die BayernLB und will erreichen, dass diese nicht mehr behaupten darf, beim Kauf der Hypo getäuscht worden zu sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.05.2010)