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Aufgeflogen: "Fergie" verkauft Kontakt zu Ex-Mann

Sarah Ferguson
"Fergie": Ein Leben in den SchlagzeilenReuters (MARIO ANZUONI)
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Die Herzogin von York sorgt gern für Skandale, jetzt hat sie sich von einem getarnten Reporter täuschen lassen. Um eine halbe Million Pfund wollte sie ihm die Gunst von Prinz Andrew garantieren. Der wusste nichts davon und schweigt.

Das britische Königshaus ist um einen Skandal reicher: Für eine halbe Million Pfund wollte Sarah Ferguson, ehemalige Schwiegertochter der britischen Queen, ein Treffen mit ihrem Exmann Prinz Andrew vermitteln. Die 50-jährige Herzogin von York entschuldigte sich am Sonntag, den 23. Mai, zerknirscht für ihr Verhalten. "Ich bedaure die Situation und die daraus entstandenen Unannehmlichkeiten zutiefst", erklärte sie. In einer Pressemitteilung gestand sie ein, für eine halbe Million Pfund (575.000 Euro) Geschäftskontakte zum zweiten Sohn der Queen angeboten zu haben. "News of the World" hatte zuvor ein Video des Deals auf ihrer Webseite veröffentlicht.

Getarnter Reporter legt Fergie rein

In dem Video verspricht sie dem als Geschäftsmann getarnten Journalisten Mazher Mahmood stotternd: "500.000 Pfund, wenn Sie können, für mich... und dann: offene Türen." Fergie würde nach der Überweisung ein Treffen organisieren, dann würde Prinz Andrew "sein Freund sein". In einer schwarzen Laptop-Tasche gab es für die Herzogin dann 40.000 US-Dollar als Vorschuss. Sie sei in finanziellen Schwierigkeiten, dies sei aber keine Entschuldigung für ihr schweres Fehlverhalten. Prinz Andrew, der seit 2001 britischer Sonderbotschafter für Internationalen Handel und Investitionen, habe nichts von dem Abkommen gewusst. Bisher gab es von ihm auch noch keine offizielle Stellungnahme.

Lieblingssohn geangelt

Am 15. Oktober 1959 hat Sarah Ferguson das Licht der Welt erblickt. Ihre Eltern, Major Ron Ferguson und Susan Barrantes, können auf eine lange Ahnenreihe inklusive des einen oder anderen Royals zurückblicken. Ihren Traumprinzen schien sie bereits als Zwanzigjährige gefunden zu haben. Die Romanze zwischen der burschikosen Rothaarigen und dem Lieblingssohn der Queen erblühte Mitte der 80er Jahre. Angeblich soll die verunglückte Prinzessin Diana die beiden höchstselbst verkuppelt haben. Nach der Traumhochzeit 1986 wurde das Liebesglück zwei Jahre später durch die Geburt von Prinzessin Beatrice gekrönt. 1990 wurde Schwesterchen Eugenie geboren.

Was bleibt, ist die Scheidung

Doch mit der strengen Etikette des britischen Königshauses konnte sich die Herzogin nie richtig anfreunden. Ebenso wenig wie mit den langen Abwesenheiten ihres Gemahls, der mit der königlichen Marine rund um die Welt reiste. 1992 kam es zur endgültigen Trennung. Im gleichen Jahr stürzten sich die britischen Klatschblätter auf ein Foto der lebenslustigen Herzogin, auf dem der amerikanische Manager John Bryan ihre Füße küsste. Vier Jahre später ließen sich Herzog und Herzogin von York scheiden. Die Ehe hielt nur zehn Jahre, ihre Freundschaft aber hatte Bestand. Die Erziehung ihrer Kinder übernahmen sie gemeinsam.

"Fergie" in Geldnot

Ferguson hat sich in der Vergangenheit wiederholt über die von ihr als zu gering empfundene Scheidungsvereinbarung beklagt. Finanziellen Erfolg außerhalb der "Firma", wie das britische Königshaus auch genannt wird, war "Fergie" aber nie vergönnt. Bereits in den ersten Jahren nach der Scheidung soll sie mehrere Millionen Pfund an Schulden angehäuft haben. 1997 bekam sie ihre Finanzen offenbar zunächst wieder in den Griff: Sie verpflichtete sich für zehn Jahre als Sprecherin von Weight Watchers und schrieb mehrere Kinder- und Lebenshilfebücher. 

Zurück in die Schuldenfalle

Ihre Geldprobleme kamen wieder: Ihre New Yorker Firma Hartmoor, die ihr zu einer Karriere in den Vereinigten Staaten verhelfen sollte, ging in den letzten Monaten mit rund einer Million Dollar (800.192 Euro) pleite. Neben ihrem geschäftlichen Misserfolg engagiert sich die Herzogin bei zahlreichen Charity-Organisationen. So ist sie Schutzpatronin des "Teenage Cancer Trust"; 1993 gründete sie den Fonds "Kinder in Not". Ihr Ruf als Aktivistin für den guten Zweck erhielt allerdings vergangenes Jahr einen Knacks, als sie zehn Tage in einer Siedlung mit Sozialwohnungen im britischen Manchester lebte. Die Doku-Show darüber wurde anfangs hochgelobt, geriet dann aber zunehmend in die Kritik. Die Anrainer beklagten sich, wie ihre Siedlung in dem Film dargestellt wurde.

(APA/apn/Red.)