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Bildungsstudie: Hohe Kosten, kleine Klassen

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wie steht das österreichische Schulsystem international da? Die jüngste OECD-Bildungsstudie hat das wieder einmal aufgedröselt – von Kosten über Klassengrößen bis zu Lehreralter und Kindergarten. Die wichtigsten Erkenntnisse.

Hohe Kosten. Die Gehaltskosten der Lehrer pro Schüler – berechnet anhand von Unterrichtszeiten, Gehältern und Klassengröße – gehören zu den höchsten. Sie sind in Volksschulen jährlich mit 4525 Dollar kaufkraftbereinigt fast doppelt so hoch wie im OECD-Schnitt (2784). In Unterstufe und Mittelstufe sind es 6299 Dollar (OECD: 3380), in der Oberstufe 5635.

Kleine Klassen. In den Volksschulen sitzen 18 Schüler in einer Klasse – nur in Lettland, Litauen und Luxemburg sind es weniger, im OECD-Schnitt: 21 Schüler. In Mittelschule und AHS-Unterstufe sind es 21 Schüler (OECD: 23 Schüler). Auf einen Lehrer kommen in Österreich weniger Schüler als in anderen Ländern. In der Volksschule zwölf (OECD: 15), in der Sekundarstufe neun (OECD: 13).

Alte Lehrer. Auch wenn der Anteil der Lehrer über 50 Jahre zuletzt geschrumpft ist, sind die Lehrer eher alt. In der Volksschule sind 38 Prozent aller Lehrer 50 Jahre alt oder älter (OECD: 33 Prozent). In Unterstufe und Mittelschule sind es 48 Prozent (OECD: 37), in der Oberstufe 45 (OECD: 36).

Hohe Gehälter. Lehrer verdienen in Österreich zu jedem Zeitpunkt ihrer Karriere und in allen Schultypen mehr als im OECD-Schnitt. Im Vergleich zu anderen Hochschulabsolventen im Land stehen Lehrer hierzulande aber schlechter da.

Wenig Unterricht. Volksschullehrer unterrichten geringfügig weniger als im OECD-Schnitt (779 versus 783 Stunden). In der Oberstufe stehen Lehrer um 78 Stunden weniger in der Klasse. Schüler haben in der Volksschule deutlich weniger Stunden als in anderen Ländern: 705 pro Jahr (OECD: 799).

Kindergarten. Bei den Jüngeren ist Österreich etwas unter dem Schnitt – 40 Prozent der Zweijährigen besuchen den Kindergarten, OECD-weit 49. Bei den Älteren etwa im Schnitt (97 Prozent der Fünfjährigen, OECD: 94). Neun Kinder kommen auf eine Betreuerin (OECD: 12), oft sind das aber nur Helferinnen. Auf eine Pädagogin kommen 14 Kinder (OECD: 16). (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2019)