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Social-Media: Auch Britney Spears liebt das Zwitschern

(c) AP (Matt Sayles)
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Twitter ist ungeduldig: 140-Zeichen-Meldungen erlaubt der Onlinedienst. Das bedeutet: Mundpropaganda mit großer Reichweite.

„Ich bin zu Mittag aufgestanden, hab zwei Cookies gegessen, einen Milch-Shake getrunken und online eine Runde Pacman gespielt. Vielleicht verwandle ich mich ja in einen 15-Jährigen zurück...“, twitterte Ashton Kutcher (32), Ehemann von Schauspielerin Demi Moore, am Freitag. Twittern (to twitter, engl. = zwitschern) heißt: SMS-artige Nachrichten von maximal 140 Anschlägen in seinem Twitter-Nachrichtenticker online zu stellen. Kutcher ist Weltmeister darin: Er hatte bis vor Kurzem die meisten „Follower“, d.h. weltweit 4,95 Millionen Mitleser, die sein öffentliches Gezwitscherverfolgen.

Am Montag wurde er überholt – von Sängerin Britney Spears (28). Sie hält mittlerweile bei gut 4,96 Millionen Personen, die ihre „Tweets“ (so heißen die Wortmeldungen) gratis abonniert haben. Als Dankeschön gab sie ihren Fans am Montag ein Twitter-Interview. „Warum twitterst du überhaupt?“, wurde sie da von „Christa d'Cruz“ gefragt. „Mein Management hat mir erklärt, das wäre eine großartige Möglichkeit, mit meinen Fans in Kontakt zu treten – und sie hatten recht!“, antwortete Spears ganz unverblümt.

 

Stars brauchen Massenmedien – noch

Die kurze Form des Twitterns erlaubt theoretisch den direkten Kontakt eines jeden Internet-Users mit Weltstars – die klassischen Medien mit ihrer Filterfunktion bleiben auf der Strecke. „Disintermediation“ wird das Phänomen in den USA genannt: Die „Opinion Leader“ (Meinungsführer) sind nicht zwangsweise mehr Journalisten, sondern schlicht Personen mit vielen „Fans“ bzw. Followern. Wobei herkömmliche Stars die Mainstream-Medien brauchen, um der Masse überhaupt ein Begriff zu werden – noch.

Der Kürze der Form steht bei Twitter die Geschwätzigkeit im Inhalt gegenüber: Wie viele andere Social-Media-Anwendungen (Facebook etc.) wird auch der Dienst erst mit seiner Professionalisierung interessant. Blogs etwa steckten, solange sie sich um persönliche Befindlichkeiten drehten, in Kinderschuhen. Nun aber entwickelt sich auch Twitter weg vom Selbstzweck: hin zur „Echtzeit“-Kommunikation, zum personalisierten (und erwünschten!) Marketing – zur Mundpropaganda, die im Web zwar nicht interaktiver werden kann, als sie offline schon ist, aber ihre Reichweite deutlich steigert. trick

Zur Person

Britney Spears hat seit Montag die größte Twitter-Reichweite: Über 4,96 Mio. User weltweit verfolgen ihre Meldungen auf twitter.com/britneyspears. Dort verriet die Sängerin, dass ihr TV wichtiger ist als das Internet, dass sie im April ein „wunderbares Osterfest“ mit ihrer Familie gefeiert hat und Carrie Bradshaw ihre Lieblingsfigur aus „Sex and the City“ ist. [AP]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.05.2010)