Erfolg International

Adi Hütter: Wie ein Vorarlberger die Fußballwelt erobert

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Erfolg international. Eintracht-Frankfurt-Trainer Adi Hütter ist Österreichs größter Fußball-Exportschlager. Bei einem Salzburger Dorfklub nahm seine Karriere Fahrt auf.

Die Auszeichnung für Eintracht-Frankfurt-Cheftrainer Adi Hütter war auch eine Auszeichnung für Österreichs Fußball. Am Ende der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit wurde der Vorarlberger von der Vereinigung der deutschen Profifußballer (VDV) zum Trainer der Saison gewählt. Hütter, bei der Wahl der Österreicher des Jahres 2019 in der Kategorie Erfolg international nominiert, ist der aktuell größte Trainerexportschlager Österreichs. In seiner ersten Saison in Frankfurt führte der 49-Jährige die Hessen sensationell ins Halbfinale der Europa League und scheiterte dort nur knapp am späteren Sieger, FC Chelsea.

Um Adi Hütters Aufstieg zu einer der vielversprechendsten Traineraktien im deutschsprachigen Raum nachvollziehen zu können, muss man seine Vita etwas genauer betrachten. Nach zwei Lehrjahren im Nachwuchs von Red Bull Salzburg übernahm er im Juni 2009 den eben aus der österreichischen Bundesliga abgestiegenen SCR Altach. Bei den Vorarlbergern sammelte der Hohenemser wichtige Erfahrungen als Cheftrainer.

Aufstieg in die Bundesliga

Was in drei Jahren mit den Altachern nicht gelang, schaffte Hütter gleich in seiner ersten Saison mit dem SV Grödig: den Aufstieg in die Bundesliga. Dort angekommen, ging es nur noch nach oben. Tabellenplatz drei mit einem Dorfklub wie Grödig hinter Salzburg und Rapid sowie die damit verbundene Qualifikation für den Europacup weckten im Sommer 2014 die Begehrlichkeiten des Liga-Krösus aus Wals-Siezenheim. Hütter folgte bei Salzburg dem so erfolgreichen Roger Schmidt nach und stach als erster heimischer Trainer in der Red-Bull-Ära seit Kurt Jara 2005 die ausländische Konkurrenz aus.

Er gewann mit Salzburg das Double bestehend aus Meistertitel und Cup, in die Verlängerung ging das Erfolgsprojekt aber dennoch nicht. Weil Hütter die ausgerufene Vereinspolitik, die besten Spieler gewinnbringend verkaufen zu wollen und immerzu auf neue Talente zu setzen, nicht weiter mittragen wollte, endete das Kapitel Red Bull Salzburg nach nur einem Jahr. Hütter nahm zu diesem Zeitpunkt bewusst ein gewisses Risiko in Kauf, er war drei Monate ohne Job, doch sein Poker ging auf.

Die Young Boys aus Bern überzeugten Hütter von einem Engagement, den Schritt in die Schweiz bezeichnet er als die „bis dato beste Entscheidung, die ich getroffen habe“. Denn Bern erwies sich letztlich als Türöffner nach Frankfurt, in seiner dritten und letzten Saison führte Hütter die Young Boys zum ersten Meistertitel seit 32 Jahren. Hütter versteht es, aus „geringeren Möglichkeiten das Optimum herauszuholen“, wie Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic treffend erklärte.

Mit seiner ruhigen, aber in der Sache stets konkreten Art hebt er sich genauso von vielen seiner Trainerkollegen ab wie mit der Art des Fußballs, die er praktizieren lässt. Hütters Entscheidungen auf dem Platz sind meist eng mit dem Mut zum Risiko verbunden. Er sagt: „Es geht nicht darum, ein Spiel nicht zu verlieren. Es geht darum, es zu gewinnen.“