Unternehmen mit Verantwortung

Ludwig Richard: Busse als Teil der Lösung gegen den Klimawandel

(c) Dr. Richard

Unternehmen. Am Land stellen Autobusse das Gros des öffentlichen Verkehrs, sagt Ludwig Richard. Autonomes Fahren und alternative Antriebe werden zum Thema.

Die Geschichte des in Wien beheimateten Busunternehmens Dr. Richard geht bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zurück. „Mein Großvater gründete damals ein Unternehmen zur Güterbeförderung. Aber schon nach kurzer Zeit hat er auf den Personentransport umgeschwenkt“, sagt der aktuelle Firmenchef Ludwig Richard. Und während sich andere Busfirmen vor allem auf die während des Aufschwungs populär werdenden Ausflugsfahrten konzentrierten, setzte Richard schon bald auf Linien. „Damit hat er viel wirtschaftlichen Weitblick bewiesen“, so sein Enkel.

Denn vor allem die Regionallinien aus dem Burgenland und der Oststeiermark Richtung Wien wurden aufgrund der sich verdichtenden Pendlerströme beliebt. Und auch in den Wiener Außenbezirken begann das Unternehmen verhältnismäßig früh, Buslinien zu betreiben. „Zuerst haben viele gesagt, der Richard fährt ja auf der grünen Wiese. Mit den Jahren wurde das aber immer mehr Teil der Stadt“, so Firmenchef Richard. Den Durchbruch brachte ein Vertrag mit der Stadt Wien Ende der 1960er-Jahre. Seither sind alle Richard-Linien in Wien Teil des Wiener Linien-Netzes.

Etwa ein Viertel aller Linienbusse in Wien werden heute von seinem Unternehmen betrieben, sagt Richard. Für die Passagiere ist das aber in der Regel nicht ersichtlich, da der Bus von außen gleich aussieht. Nur am Heck steht der Firmenname.

Auffälliger sind da schon die Busse im Regionalverkehr. In Summe betreibt die Firma mehr als 950 Busse. Dazu gehören auch jene 50 Doppelstockbusse, die als Flixbus in Österreich und der Schweiz betrieben werden. „Diese Fernbusse sind für uns auch spannend, weil wir hier bei den Preisen und dem Produkt noch Gestaltungsspielraum haben“, so Richard. Die Linienbusse innerhalb der Verkehrsverbünde werden hingegen ausgeschrieben, weshalb viele Kriterien bereits vorgegeben sind.

Dennoch kündigen sich auch in der Busbranche zur Zeit große Umwälzungen an. Grund dafür ist nicht zuletzt der Kampf gegen den Klimawandel. „Beim Thema öffentlicher Verkehr wird fast immer nur über die Schiene gesprochen. Dabei finden drei Viertel der öffentlichen Fahrten am Land nicht mit dem Zug statt, sondern mit dem Autobus“, sagt Richard. Dass der Bus ebenfalls Diesel verbrennt, ist für Richard kein Widerspruch. „Sobald der Bus Leute aus dem Auto holt, hat er auch ökologisch seine Berechtigung.“ Und auf gut ausgebauten Bahnstrecken wie etwa Wien-Salzburg habe der Fernbus auch keine Chance.

Dennoch ist die Suche nach alternativen Antrieben ein Thema, dem sich auch die Busbranche stellen wird müssen. „Wo Reichweite und Geschwindigkeit eine größere Rolle spielen, kann die Batterie aber nicht die Lösung sein“, sagt Richard. Vorerst sei dies eher Gas, langfristig wahrscheinlich Wasserstoff. Aber auch autonomes Fahren, werde bei Bussen definitiv ein Thema. Dass bedeutet aber nicht, dass sich alle Fahrer schon Sorgen machen müssen. Denn derzeit sei es eher schwierig, geeignetes Personal zu finden, sagt Richard.