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Österreich

Wie lässt sich Leben in verödete Ortskerne zurückbringen?

Verödeter Ortskern im steirischen Trofaiach.
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Orte zerfransen, Stadtkerne und Dorfplätze sind verödet. Raumplaner sprechen von einem Donut-Effekt: außen fett, innen nichts. Eine steirische Kleinstadt versucht die Trendwende.

Einst waren die Orte wie Krapfen. Rundherum das Nötige, in der Mitte das volle, süße Leben: Geschäfte, Lokale, Schulen, ein Ort für Begegnungen – auch, weil man an diesem zu Fuß unterwegs war. Mit diesem „süßen Leben“, wie Architekt Roland Gruber vom Planungsbüro Nonconform sagt, ist es in vielen kleineren und mittelgroßen Städten heute längst vorbei.

Arbeiten, Wohnen, Einkaufen, Schule, tägliche Besorgungen spielen sich nach Funktion getrennt in der Peripherie ab, mit dem Auto fährt man von einem Zweckbau am Ortsrand zum nächsten. Orte zerfransen, Stadtkerne und Dorfplätze sind verödet. Raumplaner sprechen von einem Donut-Effekt, außen fett, innen nichts. Österreich sei, so Gruber, Europameister bei dieser Entwicklung, wie Statistiken zum Flächenverbrauch, zur Zahl der Einkaufszentren oder zur Einkaufsfläche pro Kopf zeigen.

Leere Geschäfte, keine Menschen: Trofaiach vorher.
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Lässt sich das umkehren? Diese Frage gerät, nachdem jahrzehntelang (und in Teilen Österreichs noch immer) Funktionstrennung und Zersiedelung betrieben wurden, zunehmend in den Fokus. „Nachdem die letzte Bank aus dem Zentrum abgesiedelt war, ist nur Tristesse geblieben“, erzählt Mario Abl, SPÖ-Bürgermeister im obersteirischen Trofaiach, aus seinem 11.160-Einwohner-Städtchen. 36 Leerstände, Durchzugsverkehr mitten durch die Stadt, Wettbüros und Ramschläden zeigen alte Bilder der Hauptstraße.