Österreich

Wie lässt sich Leben in verödete Ortskerne zurückbringen?

Verödeter Ortskern im steirischen Trofaiach.
Verödeter Ortskern im steirischen Trofaiach.nonconform

Orte zerfransen, Stadtkerne und Dorfplätze sind verödet. Raumplaner sprechen von einem Donut-Effekt: außen fett, innen nichts. Eine steirische Kleinstadt versucht die Trendwende.

Einst waren die Orte wie Krapfen. Rundherum das Nötige, in der Mitte das volle, süße Leben: Geschäfte, Lokale, Schulen, ein Ort für Begegnungen – auch, weil man an diesem zu Fuß unterwegs war. Mit diesem „süßen Leben“, wie Architekt Roland Gruber vom Planungsbüro Nonconform sagt, ist es in vielen kleineren und mittelgroßen Städten heute längst vorbei.

Arbeiten, Wohnen, Einkaufen, Schule, tägliche Besorgungen spielen sich nach Funktion getrennt in der Peripherie ab, mit dem Auto fährt man von einem Zweckbau am Ortsrand zum nächsten. Orte zerfransen, Stadtkerne und Dorfplätze sind verödet. Raumplaner sprechen von einem Donut-Effekt, außen fett, innen nichts. Österreich sei, so Gruber, Europameister bei dieser Entwicklung, wie Statistiken zum Flächenverbrauch, zur Zahl der Einkaufszentren oder zur Einkaufsfläche pro Kopf zeigen.

Und, sagt Abl, ein Ort müsse es sich auch leisten können, seinen Kern zu beleben. Die Kosten gingen, allein für die Planungsprozesse, an die Millionengrenze. Aber für derartige Projekte gebe es viel an Fördergeldern, vor allem auf EU-Ebene, schwierig sei nur, die richtigen Töpfe anzuzapfen.