Norbert Hofer auf Instagram: Die blaue Feiertagsfototapete

Norbert Hofer und Herbert Kickl auf Hofers Instagram-Profil. Drei Tage später folgte ein ähnliches foto mit der Textzeile: "Uns beide gibt es nur im Doppelpack." Und Hofer betonte: "Zwischen uns beiden passt kein Blatt Papier!"
Norbert Hofer und Herbert Kickl auf Hofers Instagram-Profil. Drei Tage später folgte ein ähnliches foto mit der Textzeile: "Uns beide gibt es nur im Doppelpack." Und Hofer betonte: "Zwischen uns beiden passt kein Blatt Papier!"Screenshot

Mediagram FPÖ-Chef Norbert Hofer rückt auf Instagram vorwiegend drei Dinge ins Bild: sich selbst, Herbert Kickl und österreichische Feiertage.

Das Fieber der Vorwoche ist weg, Norbert Hofer seit Samstag offiziell gewählter FPÖ-Parteiobmann und auch sonst (im wahrsten Sinn des Wortes) auf Höhenflug: Zumindest postete er am Montag auf Instagram ein paar Schnappschüsse aus einem Kleinflugzeug, das ihn von Wahlkampfauftritten in Vorarlberg nach Wien zurückbrachte. Das Fliegen und Flugzeuge sind der rote Faden des Insta-Profils vom begeisterten Flugsportler Hofer. Gerade erst bedankte er sich mit einem Chemtrails-Herz, das eine kleine Propellermaschine in den Himmel gezeichnet hat, bei seinen fast 50.000 Followern für die vielen Genesungswünsche, die ihn nach seinem ORF-Wahlduell-Auftritt mit 39 Grad Fieber erreicht hatten.
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Liebe Freunde! Es war für mich gestern tatsächlich ein recht hitziges Duell. Das Fieber kam gestern zu Mittag ohne Vorwarnung - ich wollte aber unbedingt an den Duellen mit Pilz und Kurz teilnehmen. Leider muss ich jetzt aber heute eine kurze Pause einlegen. Ich darf mich auf diesem Weg auch ganz herzlich für die Unterstützung und medizinische Versorgung im ORF-Studio, sowie die zahlreichen Genesungswünsche, die ich von Euch erhalten habe bedanken. Das gibt Kraft und motiviert mich, schon bald wieder voll im Einsatz zu sein. 😊💪 ➡️Bitte stimmt hier ab, wie ich mich bei der gestrigen Diskussion geschlagen habe: https://www.heute.at/s/hitzige-diskussionen-trotz-39-4-grad-fieber-45202758?fbclid=IwAR0_pi4SG2XZ02CDaGpvJNXQdili659u-WR-eCaHPHWXIcAj04eNNEq2vTw Euer Norbert Hofer #fpö #2019 #österreich

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Hofer geht es in den sozialen Netzwerken verglichen mit seinem Vorgänger Heinz-Christian Strache gelassen und ungewöhnlich unpopulistisch an, auf Facebook hat er auch nur halb so viele Fans wie HC, dessen Parteiführung er im Mai nach dem Bekanntwerden des Ibiza-Videos übernahm. Hofer weiß offenbar, dass er so schnell nicht an HCs Social-Media-Popularität herankommt, darum beginnt er erst gar nicht mit so neumodischen Sachen wie Stories. Er hält sich lieber an klassische Posts und da vor allem an Text-Bild-Botschaften, die wie Werbeplakate funktionieren: Fast immer sieht man sein Konterfei, darunter Slogans wie: „Die FPÖ ist die einzige Partei mit der es unter Garantie keine neuen Steuern und Belastungen geben wird“. Oder: „Da kommen Menschen nach Österreich und wollen Schutz und dann müssen wir vor ihnen geschützt werden.“ Fast alle Posts sind im blau-rot-weißen Corporate Design der FPÖ gestaltet und mit rot-weiß-roter Österreich-Flagge versehen.

Privates stellen Norbert Hofer und sein Team auf diesem Kanal eher in den Hintergrund. Was zur Folge hat, dass die wenigen (vor allem im Vergleich zu den Werbesujets deutlich schlechter gemachten) Fotos von Hofer mit seiner Frau, einem Freund beim Segeln oder vom Garten nach einem sommerlichen Hagelsturm (Sein Text dazu: „Gartenarbeit nach Unwetter steht bevor“) eher erratisch als authentisch wirken. Wobei sich im Sommer sogar ein kleiner Wladimir–Putin-Moment in seinen Feed geschlichen hat, der weitgehend unbemerkt geblieben ist: Hofer zeigte sich im Kroatienurlaub oben ohne am Steuer eines Segelbootes. 

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Liebe Freunde! Dieser Schnappschuss entstand gestern in Oberösterreich zwischen den zahlreichen Wahlkampf-Terminen. Ein Moment der Ruhe mit meiner lieben Frau Verena, die die letzen Tage in Salzburg und Oberösterreich mit dabei war, um mich zu unterstützen. Ich habe schon damals, während des fast einjährigen Bundespräsidentschaftswahlkampfes, gelernt, wie wichtig solche Momente sind und welche Kraft und Energie ich daraus schöpfen kann. Deswegen möchte ich die Gelegenheit nutzen und Danke sagen. Danke liebe Verena, für Deine Unterstützung! Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, eine Partnerin wie Dich zu haben. #fpö #österreich #2019 #wahl #wahlkampf #zeitfüreinenmomentruhe

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„Bert & Bert“, fast wie Brüder

Am häufigsten rückt der FPÖ-Chef sich selbst ins Bild, danach kommt lange nichts und dann schon sein Parteifreund und Ex-Innenminister Herbert Kickl. Gerade in den vergangenen Tagen zeigte sich Hofer gehäuft und sehr deutlich solidarisch mit ihm.

Da sieht man „Bert & Bert“, wie manche sie in Anspielung an ihre Vornamen nennen auf Fotos und Videos die Hände einschlagen und beinah wie Brüder in die Kamera grinsen, dazu die Botschaft: „Uns beide gibt es nur im Doppelpack“, im Textfeld unter dem Post führt er das noch aus: „Da manche das Verhältnis zwischen Herbert Kickl und mir schlechtreden wollen, sage ich ganz klar: Zwischen uns beiden passt kein Blatt Papier!“ (sic!)

Norbert Hofer zeigt sich im Vergleich zu allen anderen Spitzenkandidaten, vor allem zu Sebastian Kurz und Pamela Rendi-Wagner auffallend selten mit Fans aus dem Volk oder mitten im Vorwahltrubel. (Vielleicht weil er das tatsächlich weniger macht?) Ebenso selten tritt er staatsmännisch oder hoch offiziell in Szene, was er derzeit als Nichtregierungsmitglied ohnehin nur schwer tun kann, aber auch als Minister war ihm das nicht besonders wichtig. Eine Ausnahme waren die Bilder von seinem Besuch bei Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán vergangene Woche.

Noch etwas fällt auf: Der FPÖ-Chef hat ein großes Faible für christliche Feiertage, aber auch areligiöse Rituale wie den Vater- und Muttertag. Er wünscht seinen Followern verlässlich zu Ostern, Pfingsten und Maria Himmelfahrt einen „schönen Feiertag“ meist mit einem zu Kitsch neigenden Foto. Auffallend gut kommen die digitalen Grußkarten nicht an. Viel mehr Likes und Kommentare bekommen Videos von seinen Auftritten oder knackige Werbesprüche. Viel Zustimmung bei nicht ganz 1000 „Views“ erhielt das jüngste Wahlkampfvideo, in dem Hofer das schief hängende Porträt von Sebastian Kurz zurecht rückt.

Im Mediagram nächste Woche: ÖVP-Chef Sebastian Kurz und SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner