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"Vögel" im Akademietheater: Eine Sternstunde

Markus Scheumann als Vater David, Deleila Piasko als Wahida
Markus Scheumann als Vater David, Deleila Piasko als WahidaAPA/HANS PUNZ
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Wajdi Mouawads „Vögel“ im Akademietheater über den Kriegsschauplatz im Nahen Osten: In jeder Hinsicht, fulminant.

Der deutsch-jüdische Student Eitan (Jan Bülow) lernt in einer Bibliothek in New York die arabisch-amerikanische Wahida (Deleila Piasko) kennen. Die beiden verlieben sich ineinander. Sie reisen nach Israel, um bei Eitans Großmutter dessen Vergangenheit zu erkunden. Doch die Familiengeschichte der beiden jungen Leute birgt Sprengstoff.

Wajdi Mouawads „Vögel“, der Titel bezieht sich auf ein Märchen, in dem ein Vogel mit den Fischen verschmelzen will, brachte Freitagabend im Akademietheater die Premierenbesucher zum Lachen und zum Weinen. Der Israeli Itay Tiran wühlt mit einem großartigen Ensemble Emotionen auf. Eitan und Wahida erleben einen Anschlag, Eitan wird verletzt und fällt ins Koma. Seine besorgten Eltern, eine Psychiaterin aus der ehemaligen DDR (Sabine Haupt) und David (atemberaubend: Markus Scheumann) fliegen aus Berlin ein, sie treffen auf Davids Mutter Leah (Salwa Nakkara), ihr Exmann Etgar (Eli Gorenstein) irrt durchs Krankenhaus auf der Suche nach seinem Sohn und seinem Enkel.

Im Minutentakt werden in 3.15 Stunden mit Pause Familiengeheimnisse, Verdrängungen & Verletzungen enthüllt. Schade, dass diese erfinderische Variation von „Romeo und Julia“, ein Stück vitalen, aktuellen Theaters im kleinen Haus stattfindet. Es wird mit seinem Stoff und seiner Vielsprachigkeit Scharen von Besuchern anlocken. Ein großartiger und berührender Abend.