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Die FPÖ und die „Gesinnungstreuen“

Herbert Kraus gr�ndet gr�ndet die vierte Partei
Er gründete 1949 mit Viktor Reimann den VdU – doch für das dritte Lager war er auf Dauer zu liberal: Herbert Kraus.(c) Austrian Archives/ picturedesk

„Braune Flecken“. In ihrem neuen Buch, „Die Ehemaligen“, schildert Historikerin Margit Reiter die Vor- und Frühgeschichte der Freiheitlichen: Das Liberale hatte darin nie eine Chance.

Vielleicht wird er ja nie erscheinen, der Endbericht der von der FPÖ einberufenen Historikerkommission über „dunkle Flecken“ der Parteigeschichte – für den es mehrere stets verschobene Veröffentlichungstermine gab, bis man lieber gar keinen mehr nannte.
Dafür gibt es nun ein neues Buch über die Vor- und Frühgeschichte der FPÖ. Es heißt „Die Ehemaligen“ – ein irreführender Begriff. Irreführend, weil er nach dem Krieg Nazis bezeichnete, die eben nicht ehemalige waren, sondern Immer-noch-Nazis; oder dem Gedankengut zumindest nah.

Die Autorin, Historikerin Margit Reiter vom Zeitgeschichte-Institut der Uni Wien, hat im August die von der Historikerkommission veröffentlichte „Zusammenfassung des Rohberichts“ sehr kritisiert. Sie selbst schildert nun in ihrem im Wallstein Verlag erschienenen Buch die Geschichte des 1949 gegründeten, 1956 aufgelösten VdU (Verband der Unabhängigen) und der als Nachfolgepartei gegründeten FPÖ bis Ende der Sechzigerjahre. Der Zugang zu den freiheitlichen Parteiarchiven blieb ihr verwehrt, dafür konnte sie etwa auf den Nachlass des ehemaligen SS-Manns und FPÖ-Gründers Anton Reinthaller zugreifen.