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US-Medizinstudent findet Heilmittel für eigene tödliche Krankheit

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Symbolbild.imago/PhotoAlto
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Er sollte sein Testament schreiben, rieten Ärzte. Doch David Fajgenbaum gab nicht auf, gründete ein Forschernetzwerk und rettete sich damit das Leben.

Für David Fajgenbaum, einen Medizinstudenten an der University of Pennsylvania in den USA, war es ein schwerer Schicksalsschlag im Jahr 2010: Diagnose Morbus Castleman, eine Krankheit, von der weniger als einer von 100.000 Menschen betroffen ist. Die wenigen Medikamente, die es gab, schlugen bei Fajgenbaum nicht an. Die Ärzte rieten ihm, sein Testament zu schreiben, seine Eltern arrangierten die letzte Ölung. Doch der heute 34-Jährige nahm sein Schicksal selbst in die Hand, begann zu forschen, gründete ein Netzwerk und rettete sich damit selbst das Leben.

Seinen Leidens- und Erfolgsweg schrieb Fajgenbaum in einem Buch nieder: „Chasing My Cure: A Doctor's Race to Turn Hope into Action“, heißt das Werk, das in internationalen Medien derzeit Beachtung findet. Darin beschreibt er, wie er sich nach dem Tod seiner Mutter dazu entschloss, Onkologe zu werden und wie er 2010 plötzlich erkrankte - in seinem dritten Jahr des Medizinstudiums. Bis die Ärzte sein Leiden korrekt diagnostizieren konnten, dauerte es. Denn die Krankheit Morbus Castleman ist selten.

Chemotherapie half nur kurzfristig

Fajgenbaums Lymphknoten waren geschwollen, Tumore bildeten sich, sein eigener Körper wurde von innen angegriffen. Eine Chemotherapie sollte die Krankheit kurzfristig stoppen, doch sie kehrte zurück. Das sei der Zeitpunkt gewesen, an dem er selbst aktiv werden wollte. Er aktivierte ein Netzwerk aus Spitzenforschern, um mögliche andere Heilungsmöglichkeiten zu erkunden und beteiligte sich selbst an den Untersuchungen.

Dem Tode nah war Fajgenbaum den Medienberichten zufolge dann im Jahr 2013, als seine Blutplättchenanzahl massiv zurück ging. Die Gefahr einer Hirnblutung war groß. Beim Auswerten seiner Labordaten kam der Patient schließlich auf die Idee ein Immunsystem-Medikament einzusetzen, das bisher nur Patienten nach Nierentransplantationen verabreicht wurde. Nach Beratungen mit dem Gesundheitsministerium, ließ er sich das Medikament von seinem Arzt verschreiben.

Seitdem ging es bergauf. Fajgenbaum gilt seit Februar 2014 als gesund, er ist weiterhin in der Forschung tätig. Auch privat fand er sein Glück: er ist verheiratet und Vater einer Tochter. Seine Erkenntnisse aus seiner eigenen Mission gegen Morbus Castleman will er weitergeben, vor allem wie man effizient Forscher-Netzwerke aufbauen kann. Das Nierentransplantationsmedikament, das seine Rettung war, ist mittlerweile auch bei anderen Patienten erfolgreich zum Einsatz gekommen.

Das Buch

Chasing My Cure: A Doctor's Race to Turn Hope into Action; A Memoir

Ballantine Books, 256 Seiten
Erschienen auf Englisch am 10. September 2019

 

(Red.)