Weltjournal

Der Krieg der kurdischen Mütter

Archivbild aus Diyarbakir, als die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vorging, die gegen die Absetzung dreier kurdischer Bürgermeister aufbegehrten.
Archivbild aus Diyarbakir, als die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vorging, die gegen die Absetzung dreier kurdischer Bürgermeister aufbegehrten.APA/AFP/BULENT KILIC

Im Südosten und in Istanbul fordern Mütter ihre Söhne zurück, die entweder von der PKK rekrutiert worden oder verschwunden sind. Die verarmte Kurdenmetropole Diyarbakir bietet jungen Menschen kaum eine Zukunftsperspektive.

„Ihr lasst doch Diyarbakir keine Jugendlichen mehr. Sie sind alle im Gefängnis oder unter der Erde“, schrie die Frau im weißen Kopftuch. „Ich gebe euch euren Kampf um Kurdistan!“ Mit einem Sitzstreik vor der Kurdenpartei HDP in Diyarbakir protestieren kurdische Mütter seit zwei Wochen dagegen, dass ihre Söhne von der Terrororganisation PKK rekrutiert werden.

Aysel Bozkurt unterstützte eine Cousine, deren 17-jähriger Sohn sich den PKK-Kämpfern in den Bergen angeschlossen haben soll. Ihr Aufschrei hallte durch die Türkei. Regierungsmitglieder und Prominente reisen zu Solidaritätsbesuchen für die Mütter nach Diyarbakir. Doch nicht alle verzweifelten Mütter in der Türkei können auf staatliche Sympathien zählen. Seit Jahrzehnten rekrutiert die PKK ihre Kämpfer aus der arbeitslosen Jugend der Kurdenmetropole, die dort außer Armut und Verzweiflung kaum Perspektiven hat.

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