Karl-Friedrich Scheufele: „Für Wein und Uhren braucht man Zeit"

Passion. Chopard-Ko-Präsident Karl-Friedrich Scheufele sieht sein
Passion. Chopard-Ko-Präsident Karl-Friedrich Scheufele sieht sein Château Monestier La Tour als Lebensaufgabe.(c) Beigestellt

Als Chopard-Boss ist er einer der Großen der Uhrenbranche. Doch Karl-Friedrich Scheufele ist auch leidenschaftlicher Winzer. Ein Besuch am Weingut in Bergerac.

Karl-Friedrich Scheufele ist ein Weinenthusiast, einer, der es versteht, diese Begeisterung mit dem Job als Ko-Präsident von Chopard in Einklang zu bringen. „Für Wein und Uhren braucht man Zeit, Know-how und eine Portion Demut. Konstruiert man ein neues Uhrwerk, benötigt dies etwa drei bis fünf Jahre. Auch im Weinbau dauert es im Falle einer neuen Rebsorte Jahre, um herauszufinden, ob man, abgesehen von äußeren Faktoren, die richtigen Entscheidungen getroffen hat", sagt Scheufele bei einem Rundgang durch die Weinbaudomäne Château Monestier La Tour, welche Karl-Friedrich gemeinsam mit seiner Frau Christine im Jahr 2012 mit einer Rebfläche von mehr als 24 Hektar übernommen hat. Der 61-Jährige, der sich dank seines Großvaters schon als junger Mann für Wein begeistert hat, weiß, wovon er spricht, hier in den Hügeln von Monestier, einer französischen Gemeinde mit ein paar Hundert Einwohnern im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Château Monestier La Tour.
Château Monestier La Tour.(c) Beigestellt

Fassform. Kompromisslos bei der Sammlung von Erfahrungen in den Gefilden Uhren und Wein ist Scheufele schon lang. 1997 kam bei Chopard das erste Uhrwerk in Fassform he­raus. 20 Jahre und viele Erfahrungen später kam dann die „L.U.C. Heritage Grand Cru" zur „Verkostung" auf den Uhrenmarkt, ein fassförmiger Chronometer, in dem auch das Automatikwerk mit Mikrorotoraufzug eine Tonneau-Form aufweist, etwas, das es bei keiner anderen Marke gibt. „Genauso wie das Weinfass für die Lagerung und den Ausbau eines besonderen Tropfens dient, beherbergt das fassförmige Gehäuse der ,L.U.C Heritage Grand Cru‘ das exquisite, von Hand gefertigte Uhrwerk", beschreibt Scheufele die Gemeinsamkeiten seiner Uhr mit einem alten französischen Eichenfass.

Bezeichnend. Das Wein-etikett zeigt eine Sonnenuhr und trägt den Namen „Cadran“, das französische Wort für Zifferblatt.
Bezeichnend. Das Wein-etikett zeigt eine Sonnenuhr und trägt den Namen „Cadran“, das französische Wort für Zifferblatt.(c) Beigestellt

Apropos Fass: „Wir haben den gesamten Betrieb Schritt für Schritt auf biodynamischen Wein umgestellt und vinifizieren einen Grand Vin – den ,Côtes de Bergerac AOC Château Monestier La Tour‘ – sowie je einen Weiß-, Rosé- und Rotwein der ‚Cadran‘-Linie und in guten Jahren zusätzlich den süßen ‚AOC Saussignac‘. Bei so jungen Weinprojekten wie dem unseren ist es jedoch möglich, dass weitere Weinkreationen entwickelt werden", sagt Scheufele. Sein Weingut bezeichnet er als Erfüllung eines Traums und wünscht sich, dass die nächste Generation an Scheufeles seine Begeisterung weiterhin teilen wird.

Fassform. Die „L.U.C He­ritage Grand Cru“ schmückt sich mit 3,05-Karat-Diamanten im Baguetteschliff.
Fassform. Die „L.U.C He­ritage Grand Cru“ schmückt sich mit 3,05-Karat-Diamanten im Baguetteschliff.(c) Beigestellt

Sein großes Faible für Uhren und Wein bezeichnet der gebürtige Deutsche als eine „Geschichte von Leidenschaft, Geduld und Freude", während er über die Blätter seiner Reben streicht und in die Ferne blickt. Dabei fällt ihm ein: „Ach ja, die Neugierde darf natürlich auch nicht fehlen. Ohne die kann keine Uhr entstehen, die an einen kostbaren Grand Cru denken lässt." Und das könnte im Fall von Scheufele auch umgekehrt gelten.

Die Reise erfolgte auf Einladung von Chopard.