Brandschutz: Gefahren erkennen und beseitigen

Der Brandschutzbeauftragte muss nicht nur die Einrichtungen im Betrieb kontrollieren, er ist auch dafür verantwortlich, gefundene Missstände abzustellen.
Der Brandschutzbeauftragte muss nicht nur die Einrichtungen im Betrieb kontrollieren, er ist auch dafür verantwortlich, gefundene Missstände abzustellen.(c) Getty Images/iStockphoto (A stockphoto)

In vielen Betrieben ist ein Brandschutzbeauftragter vorgeschrieben. Für diese Tätigkeit sind neben fachlicher Ausbildung auch persönliche Qualitäten gefragt.

Er hat dafür zu sorgen, dass die Brandschutzbestimmungen eingehalten werden, die Mitarbeiter entsprechend geschult sind. Er ist im Fall des Falles auch erster Ansprechpartner der Feuerwehr. Die Rede ist vom Brandschutzbeauftragten. Ob ein Unternehmen einen solchen braucht oder nicht, ist gleichzeitig leicht und schwer zu beantworten. „Das wird bei  der Betriebsgenehmigung festgelegt und ist per Landesgesetz geregelt“, erklärt Erno Mayer, Brandschutzexperte, der selbst bei diversen Institutionen Schulungen abhält. Die Kriterien dafür seien aber je nach Bundesland verschieden. „Neben der Betriebsgröße spielt das spezifische Gefährdungspotenzial eine Rolle“, weiß der Experte. Nachsatz: Auch auf freiwilliger Basis kann ein Brandschutzbeauftragter installiert werden, um Haftungsrisken zu reduzieren.

 

Standardisierte Ausbildung

Relativ einfach ist der Ausbildungsweg zum Brandschutzbeauftragten. Die Grundausbildung umfasst 18 Unterrichtseinheiten und teilt sich in eine eintägige Schulung zum Brandschutzwart – dieser unterstützt den Brandschutzbeauftragten, gilt aber nicht als solcher – und zwei weiteren Unterrichtstagen. Zu den Aufgaben eines Brandschutzbeauftragten gehört es, Fluchtwege frei zu halten, für die Funktionsfähigkeit von Brandschutzeinrichtungen zu sorgen. Weiterer wichtiger Punkt ist die Information und Schulung der Belegschaft – inklusive jährlicher Evakuierungsübungen und die Einweisung der Feuerwehr im Brandfall. Sind Brandschutzeinrichtungen wie Brandmelder oder Sprinkleranlagen im Betrieb vorhanden, müssen zusätzlich zur Grundausbildung Spezialmodule absolviert werden. „Gleiches gilt für spezifische Gefahrenpotenziale, etwa wenn mit brennbaren Flüssigkeiten oder gefährlichen Gasen gearbeitet wird“, erklärt Mayer. Ein großes Thema, auch in der Weiterbildung, sei der Brandschutz am Bau.  Alle Module müssen innerhalb von sechs Monaten absolviert werden, alle fünf Jahre ist ein Auffrischungskurs verpflichtend.

Abgehalten werden die Kurse in Einrichtungen, die gemäß den Technischen Richtlinien für Vorbeugenden Brandschutz (TRVB) zertifiziert sind. Dazu gehören unter anderem das Brandschutzforum, das Kuratorium für Verkehrssicherheit, das Wifi, die TÜV-Akademie oder das Institut zur Förderung von Brandschutz und Sicherheit (IFBS). Ein Schulungstag kostet typischerweise um die 200 Euro, die gesamte Ausbildung je nach belegten Modulen zwischen 1000 und 1500 Euro. „Die Kosten werden in der Regel vom Unternehmen oder dem AMS bezahlt, weiß Mayer. Und „Kaum einer macht es freiwillig, die meisten wurden vom Chef dazu bestimmt“, so die Erfahrung des Ausbildners. „Vielen Firmen ist nicht bewusst, wie wichtig es ist, diese Funktion gut zu besetzen“, sagt IFBS-Geschäftsführer Friedrich Perner. „Solang nichts passiert, fällt es nicht auf, wenn doch, trägt unter Umständen der Brandschutzbeauftragte die Verantwortung.“

 

Geeignete Persönlichkeit

Volljährigkeit und ein gewisses Verantwortungsbewusstsein zählen zu den nötigen Qualifikationen. Weiters sei laut Mayer technisches Verständnis hilfreich und vor allem auch „eine Persönlichkeit, die gut kommunizieren kann“. Diese Fähigkeit ist sowohl bei Schulungen und Information der Mitarbeiter notwendig als auch, wenn Vorgesetzte über Missstände informiert werden müssen.  „Ein Brandschutzbeauftragter ist nicht immer beliebt“, weiß Mayer.

Beide Experten bemängeln, dass die Position des Brandschutzbeauftragten oft an Mitarbeiter vergeben wird, die in der Unternehmenshierarchie relativ weit unten stehen, obwohl die Position gewisse Durchgriffsrechte verlangt. Für Perner bringen sich auch die Führungskräfte selbst zu wenig ein. Sein Tipp: Veranstaltungen wie von externen Experten organisierte Löschübungen sind eine gute Gelegenheit, mit Mitarbeitern Kontakt aufzubauen, die sonst der Führungsebene fern sind.

Web: www.ifbs.at, https://bfa.fobi24.dewww.adsum.at, www.nofire.pro, www.wifi.at, www.tuv-akademie.at, www.2m.at