Peinlich: UNO macht bei „Guernica“ die Opfer zu Tätern

Picasso habe mit seinem Bild gegen die „Gräuel der Republik“ protestiert.

Er würde sich im Grab umdrehen: Selten passt die abgedroschene Phrase so gut wie hier. Mindestens drei Jahre lang schrieben die Vereinten Nationen auf ihrer Website über einen Wandteppich, der nach „Guernica“ von Pablo Picasso gefertigt wurde und der vor dem Sitzungssaal des Sicherheitsrats hängt: Der Künstler habe mit dem berühmten Gemälde „gegen die Gräuel der Republik“ protestiert.

Dabei zeigt es doch den Luftangriff der deutschen Legion Condor und der nicht minder beteiligten italienischen Luftwaffe, der die baskische Stadt großteils zerstörte und Hunderten Zivilisten sowie Soldaten das Leben kostete. Damit half Hitler seinem Verbündeten Franco im Bürgerkrieg – gegen die Republikaner, für deren Sache Picasso mit seinem Werk warb. Als die Geschichtsverdrehung jüngst ruchbar wurde, sammelte ein Protestbrief an einem Tag über 1000 Unterschriften. Nun entschuldigte sich der UN-Sprecher beim spanischen Volk für den „schrecklichen Fehler“. Die Website war nicht nur für die Korrektur offline: Man suchte fieberhaft nach anderen Schnitzern. (gau)