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Dreijähriger stundenlang in Kindergartenbus vergessen

Drei Stunden lang musste der oberösterreichische Bub in dem Bus ausharren, bis sein Fehlen bemerkt wurde. Er habe sich selbst abgeschnallt und seine Jause gegessen, erzählte das Kind im Nachhinein.

In Dorf an der Pram (Bezirk Schärding) ist am Freitag der Vorwoche ein dreijähriger Bub drei Stunden lang in einem Kindergartenbus vergessen worden. Der Bürgermeister der Gemeinde, Karl Einböck, bestätigte einen entsprechenden Bericht in der "Kronen Zeitung" vom Samstag. Der Ortschef sprach heute von einer Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände.

Laut dem Zeitungsbericht hatte der Bus in der Früh sechs Kinder abgeholt, fünf stiegen um 8.00 Uhr beim Kindergarten unter der Aufsicht einer Helferin aus. Die Frau war aber abgelenkt, weil sie einen Kindersitz zu einem zweiten Bus bringen musste. Dadurch vergaß sie auf den Dreijährigen, der noch angeschnallt im hinteren Teil des Busses saß.

Auch die Chauffeurin bemerkte das Kind nicht. Der Bub verhielt sich so ruhig, dass die Frau mit dem Kind an Bord nach Hause fuhr, den Bus abstellte und versperrte. Erst nach mehreren Stunden fiel im Kindergarten auf, dass der Bub nicht da war. "Das Kind war an diesem Tag in einer anderen Gruppe, weil eine Pädagogin krank war. Die Kollegin wollte zwar nachfragen, ob der Bub an diesem Tag von seinen Eltern abgemeldet wurde, ihr ist aber zunächst immer etwas dazwischengekommen", sagte Einböck.

Abgeschnallt und Jause gegessen

Als sich das Fehlen des Dreijährigen bestätigte, informierte die Kindergärtnerin sofort die Buschauffeurin, die den unfreiwilligen Passagier dann gegen 11.00 Uhr im Fahrzeug entdeckte. "Er hat erzählt, dass er sich abgeschnallt und seine Jause gegessen hat - und dass er auch ein wenig geweint habe", erzählte Einböck. "Der Bub dürfte den Vorfall aber gut überstanden haben. Es war auch Glück im Unglück, dass dieser Freitag kein heißer Tag war und es geregnet hat." Auch der Helferin tue der Vorfall furchtbar leid.

 

(APA)